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Gesundheitsmonitoring muss die Vielfalt der Bevölkerung berücksichtigenPressemitteilung

RKI vom 18.09.2019

Berlin – Die Ausgabe 3/2019 des Journal of Health Monitoring stellt neue Daten zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund vor und geht auf die Fortschritte beim Aufbau eines migrationssensiblen Gesundheitsmonitorings am Robert Koch-Institut ein. "Die Weiterentwicklung von Methoden und die Gestaltung wissenschaftlicher Standards sind für die Aufgaben des RKI von besonderer Bedeutung", betont Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Das RKI untersucht mit großen Surveys langfristige gesundheitliche Trends in der Bevölkerung. "Ein solches Gesundheitsmonitoring muss die Vielfalt der Bevölkerung abbilden", unterstreicht Wieler, "daher ist es wichtig, dass das Bundesministerium für Gesundheit Aktivitäten zur verstärkten Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund in Gesundheitssurveys unterstützt." In Deutschland haben mehr als 20 Prozent der hier lebenden Menschen einen Migrationshintergrund, das bedeutet, dass sie oder eines ihrer Elternteile ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren wurden. Unter den Minderjährigen hat über ein Drittel einen Migrationshintergrund.

Menschen mit Migrationshintergrund sind eine sehr heterogene Gruppe. Es ist eine große Herausforderung, diese Vielfalt zu berücksichtigen und gleichzeitig eine Vergleichbarkeit verschiedener Datenquellen zu gewährleisten. Menschen mit Migrationshintergrund nehmen auch seltener an Befragungen teil, unter anderem aufgrund von Sprachbarrieren und Ängsten vor sensiblen Fragen. Für eine bessere Beteiligung an Studien ist daher ein migrationssensibles Vorgehen unerlässlich. Dies ist bei der in Deutschland einzigartigen Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, KiGGS, sowohl bei der Basiserhebung 2003 bis 2006 als auch der zweiten Welle 2014 bis 2017 gelungen.

Für die jüngste Analyse der gesundheitlichen Lage wurde nicht nur der Migrationshintergrund der Kinder und Jugendlichen herangezogen, sondern auch die Aufenthaltsdauer der Eltern in Deutschland, die zu Hause gesprochene Sprache und der sozioökonomische Status. Im Journal of Health Monitoring werden für die Altersgruppe der 11- bis 17-Jährigen Ergebnisse aus vier Bereichen vorgestellt: Selbsteinschätzung des allgemeinen Gesundheitszustands, Inanspruchnahme pädiatrischer und allgemeinmedizinischer Leistungen, Übergewicht und Alkoholkonsum. Beim allgemeinen Gesundheitszustand zum Beispiel gab es zwischen den Teilnehmenden mit und ohne Migrationshintergrund keine Unterschiede. Die große Mehrheit der Teilnehmenden schätzte ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut ein.

Auch bei den Gesundheitssurveys für Erwachsene werden Menschen mit Migrationshintergrund zukünftig besser einbezogen. Grundlage ist das Projekt IMIRA (Improving Health Monitoring in Migrant Populations, www.rki.de/imira), das Ende 2019 abgeschlossen wird. Im Journal werden Erfahrungen mit neuen Konzepten für ein migrationssensibles Gesundheitsmonitoring vorgestellt. Machbarkeitsstudien zeigten z. B., dass ein verstärkter persönlicher Kontakt und Videodolmetschen den Zugang zu als schwer erreichbar geltenden Bevölkerungsgruppen verbessern.

Zwischen Migration und Gesundheit bestehen vielfältige Zusammenhänge. Neu Zugewanderte haben oftmals einen besonders guten Gesundheitszustand ("Healthy Migrant Effect"). Ungünstige Arbeitsbedingungen oder eine schwierige sozioökonomische Situation können zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen.

Weitere Informationen: www.rki.de/journalhealthmonitoring

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