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Einsam unter'm Tannenbaum ...?Pressemitteilung

Zur Geschlechterproportion junger Menschen

BiB vom 21.12.2018

Wiesbaden – Junge Männer und Frauen leben in Deutschland räumlich sehr ungleich verteilt. Vor allem bei den 18- bis 24-Jährigen ergeben sich erhebliche regionale Unterschiede, da sie öfters den Wohnort wechseln. So leben in dieser Altersklasse in 356 von 401 Kreisen mehr Männer als Frauen. Gerade in ländlichen und teilweise strukturschwachen Regionen gibt es häufig starke Männerüberschüsse. Ursächlich ist hier der Wegzug junger Frauen, während gleichaltrige Männer zuhause wohnen bleiben oder anstelle eines Umzugs lieber pendeln. Im thüringischen Ilm-Kreis kommen nur 71 Frauen auf 100 Männer, in den Kreisen Greiz und Suhl sind es 74 bzw. 75. Zudem kommt es an Hochschulstandorten mit Technischen Universitäten zu einem starken Männerüberschuss (Karlsruhe: 72 Frauen je 100 Männer; Aachen: 73).

Die wenigen Regionen mit Frauenüberschüssen konzentrieren sich vor allem auf mittelgroße Hochschulstädte mit breitem Fächerangebot in den Geistes- und Sozialwissenschaften, insbesondere in der Pädagogik. Spitzenreiter ist Landau/Pfalz, dort kommen rechnerisch 151 Frauen auf 100 Männer. Ähnlich ist die Situation in Würzburg (129), Freiburg und Münster (je 125).

Geringere Abweichungen in der Geschlechterproportion sind völlig normal und treten bereits bei Geburt auf. So kommen auf 100 neugeborene männliche Säuglinge nur rund 95 weibliche. Einen weiteren Einfluss spielt die Zuwanderung aus dem Ausland, die bei jungen Erwachsenen männlich geprägt ist. "Stärkere regionale Abweichungen sind in erster Linie auf unterschiedliche Wanderungsmuster zwischen Männern und Frauen zurückzuführen", erklärt der Geograph Dr. Tim Aevermann vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Zudem zeigen Frauen für Ausbildung und Job eine insgesamt höhere Mobilitätsbereitschaft als Männer.

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