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11 Mio. Pendler benötigen länger als 30 Minuten zur ArbeitPressemitteilung

BiB vom 20.11.2018

Wiesbaden – Erwerbstätige in Deutschland entscheiden sich auch bei langen Anfahrtswegen immer häufiger dafür, zu ihrem Arbeitsplatz zu pendeln. Wie aus dem neuesten Policy Brief des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) hervorgeht, benötigen heute rund 26,8 % aller Erwerbstätigen länger als eine halbe Stunde zur Arbeitsstelle – das entspricht rund elf Millionen Menschen.

Dies bedeutet einen erheblichen Anstieg gegenüber dem Jahr 1991: Damals legten nur 20,4 % der Erwerbstätigen (ca. 8 Mio.) mehr als 30 Minuten für den Weg zur Arbeit zurück. Vom Anstieg langer Pendeldauern sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen, wobei Männer durchgängig höhere Anteile aufweisen.

Die Ursachen für diesen Anstieg sind vielschichtig: So führen leistungsfähigere Verkehrsinfrastrukturen dazu, dass Menschen heute weitere Arbeitswege zurücklegen als früher. Gleichzeitig verlängert sich gerade in Ballungsräumen die Pendeldauer durch überlastete Verkehrswege. Auch die Zunahme befristeter Arbeitsverträge bewirkt, dass Arbeitnehmer zunächst auf einen Wohnortwechsel verzichten und lieber weite Strecken auf sich nehmen. Einen zusätzlichen Aspekt sieht der Soziologe Dr. Thomas Skora vom BiB in der veränderten Bildungs- und Erwerbsbeteiligung von Frauen. Vor allem hochqualifizierte Paare finden nur selten passende Arbeitsmöglichkeiten an einem Ort: "Wenn die Partner keine Fernbeziehung führen und sich nicht beruflich einschränken möchten, entscheidet sich zumindest einer zum Pendeln über eine größere Distanz".

Pendeln über längere Dauern und Distanzen hat nicht nur Auswirkungen auf das Familienleben, es kann auch die Gesundheit beeinträchtigen. So steigt das Stressempfinden und das Risiko für körperliche Beschwerden wie Nacken- und Rückenschmerzen, während das Wohlbefinden und die Regenerationsdauer abnehmen.

zum Policy Brief "Pendelmobilität in Deutschland. Potenziale nutzen – Belastungen reduzieren"

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