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Frauen leiten nur 10 Prozent aller Stadt- und KreisverwaltungenPressemitteilung

BiB vom 20.11.2019

Berlin – In Deutschland sind Frauen in politischen Spitzenämtern weiterhin stark unterrepräsentiert. So ist in allen kreisfreien Städten und Landkreisen nur jedes zehnte Oberhaupt weiblich. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Untersuchung, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in einem Policy Brief zur Geschlechtergerechtigkeit veröffentlicht hat.

Landkarte, die zeigt, welches Geschlecht Regierungsvorsitzende in Rathäusern und Landratsämtern haben Regierungsvorsitzende in Rathäusern und Landratsämtern Quelle: www.bib.bund.de

Darin belegt eine Vielzahl von Indikatoren, wie schwach die Position von Frauen im öffentlichen Bereich noch ist. Beispielsweise beim Einkommen: Unter den häufigen Berufen üben Männer zu mindestens 80 Prozent die bestbezahlten Jobs aus. Dies ist ein Grund, warum Frauen über die gesamte Lebensspanne hinweg weit weniger Geld verdienen – unter dem Strich summiert sich bei westdeutschen Frauen mit rund 460.000 Euro gut die Hälfte dessen was Männer im Schnitt bekommen (900.000 Euro). Dies verstärkt unmittelbar die finanzielle Abhängigkeit und wirkt sich auf die Höhe der späteren Rente aus. Auch der öffentliche Diskurs zu gesellschaftspolitischen Themen ist stark männlich intoniert: In sozialen Medien schreiben Frauen weit weniger als 30 Prozent der Kommentare zu den Nachrichten wichtiger Leitmedien.

Im Gegensatz dazu stehen Männer beim Familienleben weiter am Rande. Bis zu deren Volljährigkeit verbringen Väter rund 14.700 Stunden weniger Zeit mit ihren Kindern als Mütter. Und trotz der Einführung des Elterngeldes 2007, das Väter zu Betreuungszeit für ihre Kinder ermutigt, entfallen 90 Prozent der in Anspruch genommenen Elternzeitmonate auf Frauen. Beides spiegelt sich darin wider, dass Intensität und Umfang der Beziehungen von Vätern zu ihren Kindern deutlich geringer sind, auch langfristig.

Die auch heute noch geschlechtstypische Rollenverteilung birgt Nachteile für beide Geschlechter: "Während Frauen öfter finanziell abhängig sind und ihre Perspektive im öffentlichen Diskurs weniger Gehör findet, entgehen Männern häufiger die engen Bindungen zu ihren Kindern und Angehörigen", erklärt die Soziologin Dr. Uta Brehm vom BiB. "Von einer geschlechtergerechten Gesellschaft können alle nur profitieren."

Der Policy Brief kann unter www.bib.bund.de/gleichberechtigung heruntergeladen werden.

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