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Die Arbeitswege werden länger. Das zeigen neue Zahlen des BiB zum Pendelgeschehen

Datum 26.10.2018

Das Pendeln zur Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer alltäglichen Mobilität. Welcher Zeitaufwand damit verbunden ist, hängt von der Entfernung zum Wohnstandort, vom gewählten Verkehrsmittel und von der Verkehrssituation auf der Wegstrecke ab. Vielfach befinden sich Wohn- und Arbeitsstätte nicht am selben Ort, was längere Pendelstrecken mit sich bringt. Das kann selbst gewünscht sein, häufig ist es jedoch ein Kompromiss zwischen vorhandenem Arbeitsplatzangebot und privaten Rahmenbedingungen.

Darüber hinaus beeinflussen gesellschaftliche Entwicklungen das Mobilitätsgeschehen. So nimmt die Mobilität durch Digitalisierung und Globalisierung zu. Der technologische Fortschritt macht bereits heute in vielen Bereichen orts- und zeitflexibles Arbeiten möglich. Davon profitieren vielfach die Unternehmen, es kann aber auch für Beschäftigte die Arbeitssituation (z. B. im Sinne der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben) erleichtern. Dennoch dürfen die durch die Unternehmen gesetzten Flexibilisierungsanforderungen nicht zulasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen.

Dass Pendelentfernungen und -zeiten in Deutschland wachsen, machen aktuelle Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) deutlich. Demnach pendeln mittlerweile 17,6 % der Berufstätigen täglich 25 Kilometer und mehr (einfache Strecke) von der Wohnung zur Arbeitsstätte (Stand 2016), 1991 waren es elf Prozent. Das ist ein Anstieg um 60 %. Mit längeren Wegstrecken gehen längere Pendelzeiten einher. Während inzwischen mehr als jeder vierte Berufstätige einen Zeitaufwand von mindestens 30 Minuten pro Strecke hat, war es 1991 nur rund jeder Fünfte.

Diese Entwicklung hat Folgen. Studien des BiB zeigen, dass lange Arbeitswege die Gesundheit negativ beeinflussen. So berichten Berufstätige mit längerer Pendeldauer häufiger über körperliche Erkrankungen, Schlafminderung, psychische Belastung, Müdigkeit und andere psychosomatische Symptome (vgl. Rüger 2018). Wie sehr Pendeln als Stress empfunden wird, ist in Ballungsgebieten und im ländlichen Raum in Abhängigkeit der Verkehrsmittelwahl unterschiedlich ausgeprägt: In Städten verursacht die Autofahrt, auf dem Land die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln subjektiv ein stärkeres Stressgefühl (vgl. Rüger 2018, Rüger et al. 2017). Darüber hinaus spielen Arbeitswege bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Rolle (vgl. Skora 2018).

Die neuen Zahlen zum Pendelgeschehen finden Sie hier.

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