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Glossar

Das Glossar definiert und erläutert auf dem demowanda-Portal verwendete Fachbegriffe. Es sind Begriffe, die in den jeweiligen thematischen Kontexten häufig benutzt werden und meist Kernbegriffe darstellen. Was mit ihnen gemeint ist, weicht nicht selten vom Alltagsverständnis ab. Dabei kann sogar ein und derselbe Fachbegriff in verschiedenen Kontexten Unterschiedliches bedeuten. Das Glossar soll Ihnen dabei helfen, sich in der Sprachwelt der Monitoring-Themen zurechtzufinden. Über das Alphabet können Sie gezielt nach Begriffen suchen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SV-Beschäftigte) umfassen alle Arbeitnehmer, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind. Nicht einbezogen sind dagegen Beamte, Selbstständige, mithelfende Familienangehörige, Berufs- und Zeitsoldaten, sowie Wehr- und Zivildienstleistende (mit Ausnahmen).

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Sterbetafel

Eine Sterbetafel bildet tabellarisch ab, wie sich ein fest vorgegebener Bestand an Neugeborenen (in der Regel auf 100.000 normiert) mit voranschreitendem Alter durch den Einfluss der Sterblichkeit sukzessive reduziert. Dabei werden für jedes Altersjahr die mit Hilfe der altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten ermittelten Gestorbenen von der ursprünglichen Modellkohorte 100.000 abgezogen, sodass in den höchsten Altersgruppen die Zahl der Überlebenden gegen Null geht. Diese Berechnung wird für Männer und Frauen getrennt vorgenommen.

Bei den Berechnungen wird zwischen Perioden- und Generationen- bzw. Kohortensterbetafeln unterschieden.

Die Konstruktion einer Periodensterbetafel basiert auf den in einer bestimmten Beobachtungsperiode gemessenen altersspezifischen Sterblichkeiten, sie stellt also eine Querschnittsbetrachtung dar. Das heißt, die in der Periodensterbetafel dargestellte Mortalität der Nulljährigen entspricht der in dieser Periode gemessenen Säuglingssterblichkeit, die Sterblichkeit im Alter 1 jener der Einjährigen in der Beobachtungsperiode, die im Alter 20 der in der Beobachtungsperiode 20-Jährigen usw. Diese Informationen über die Sterblichkeit in den 100 betrachteten Altersstufen (also von 100 verschiedenen Geburtsjahrgängen) werden verknüpft und auf die fiktive Sterbetafelbevölkerung übertragen. Damit kann die für demografische Vergleiche häufig verwendete durchschnittliche Lebenserwartung berechnet werden.

Die Generationen- bzw. Kohortensterbetafeln beruhen im Gegensatz zu den Periodensterbetafeln auf den tatsächlichen altersspezifischen Sterblichkeiten der jeweiligen Kohorte, sie sind demzufolge Längsschnittmodelle. Eine Generationensterbetafel spiegelt den gesamten Sterblichkeitsverlauf der Angehörigen des jeweiligen Geburtsjahrgangs von der Geburt bis zum Tod wider. Dazu müssen aber alle Angehörigen des Geburtsjahrganges bereits verstorben sein, das heißt, eigentlich könnte die Generationensterbetafel erst über 100 Jahre später für die entsprechenden Kohorten erstellt werden. Um dies zu vermeiden, werden die noch fehlenden Werte geschätzt. Dies wird jedoch umso ungenauer, je jünger die betrachtete Kohorte ist. Außerdem treten auch bei dieser Längsschnittbetrachtung Einflüsse auf wie die Veränderung der lebenden Kohorte durch Ab- und Zuwanderungen, die die Ergebnisse „verfälschen“. Zu besonders starken Veränderungen haben hierbei die beiden Weltkriege geführt.

Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Stille Reserve

Ein Teil der Nichterwerbspersonen kann der sogenannten Stillen Reserve zugeordnet werden, weil er eine hohe Arbeitsmarktnähe aufweist. Zur Stillen Reserve gehören Personen, die zwar Arbeit suchen, jedoch im Moment kurzfristig (innerhalb von zwei Wochen) für eine Arbeitsaufnahme nicht zur Verfügung stehen. Oder Personen, die aus verschiedenen Gründen keine Arbeit suchen, aber grundsätzlich gerne arbeiten würden und für diese Arbeit auch verfügbar sind.

Dabei unterschiedet man Personen, die unter bestimmten Bedingungen bereit wären, eine Arbeit aufzunehmen, sich aber bei der Arbeitsverwaltung nicht als arbeitslos melden (Stille Reserve i.e.S.), von Personen, die sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden (Stille Reserve in Maßnahmen).

Personen in Stiller Reserve werden nicht als erwerbslos erfasst, weil sie die strengen Kriterien der International Labour Organization (ILO)-Erwerbslosigkeit nicht erfüllen.

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Statistisches Bundesamt

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