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Erwerbstätigkeit

Auf einer Treppe stehende und gehende Menschen in Bürokleidung (Quelle: Mlenny/iStock) Quelle: Mlenny/iStock

Eine funktionierende Volkswirtschaft erfordert genügend Arbeitskräfte. Deren Zahl wird wesentlich von der Anzahl an Personen im erwerbsfähigen Alter bestimmt. Diese Altersgruppe wird jedoch schrumpfen, absolut und relativ. Somit sollten Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbstätigkeit entwickelt werden.

Altersstrukturelle Veränderungen erzeugen Ungleichgewichte
Erwerbstätigkeit ist die wichtigste Einkommensquelle und daher maßgeblich für individuelle Lebensqualität und gesellschaftlichen Wohlstand. Diese aufrechtzuerhalten wird mit dem demografischen Wandel zu einer neuen Herausforderung. Grund sind der absehbare Bevölkerungsrückgang und die bereits stattfindende Alterung. Die damit einhergehenden Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung führen zu einem Ungleichgewicht, insofern als dass sich die Bevölkerung aus weniger jungen und mehr älteren Menschen zusammensetzt. Folglich wird es in Deutschland künftig weniger Menschen im Erwerbsalter geben, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Demgegenüber wächst die Zahl der Personen im Rentenalter.

Ungenutztes Erwerbspersonenpotenzial aktivieren
Diese altersstrukturellen Verschiebungen haben Folgen. Zum einen gefährden sie die Finanzierung der umlagebasierten sozialen Sicherungssysteme. Zum anderen sinkt der Anteil an Menschen, die der Wirtschaft als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Entsprechend gilt es, neben einer aktiven Einwanderungspolitik die Beschäftigung inländischer Personen zu erhöhen, und damit das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial besser auszuschöpfen. Das Erwerbspersonenpotenzial setzt sich zusammen aus allen Beschäftigten, den Arbeitslosen und den Personen, die sich derzeit nicht aktiv am Arbeitsmarkt beteiligen. Einzig Frührentner und Menschen im Ausbildungssystem fallen hier nicht darunter. Somit stellt das Erwerbspersonenpotenzial die Obergrenze der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte dar. Hierfür müssen insbesondere Personengruppen wie Arbeitslose, Frauen und ältere Erwerbsfähige (Stichwort: Rente mit 67) verstärkt in den Blick genommen werden. Auch wenn beispielsweise die Erwerbstätigkeit der Frauen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, ließe sich diese u. a. durch bessere Kinderbetreuungsangebote und flexible Arbeitszeitmodelle noch erhöhen.

Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit in Deutschland

Erwerbstätige nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit 2016

Im Jahr 2016 leben in Deutschland 82,4 Millionen Menschen, von denen 54,1 Millionen zwischen 15 und 65 Jahre alt sind. Damit zählen zwei Drittel zur Bevölkerung im Erwerbsalter. Von diesen sind 40,2 Millionen erwerbstätig. Daraus lässt sich eine Erwerbstätigenquote von 74 % ermitteln. Die übrigen 26 % nehmen aus unterschiedlichen Gründen nicht am Erwerbsleben teil.

Hinsichtlich der Erwerbstätigkeit zeigen sich leichte Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So liegt die Erwerbstätigenquote bei Männern mit 78 % (21,4 Millionen Erwerbstätige) etwas über und bei Frauen mit knapp 71 % (18,8 Millionen Erwerbstätige) etwas unter dem Durchschnitt. Deutlich niedriger ist die Erwerbstätigkeit unter der ausländischen Bevölkerung. Von den 7,1 Millionen ausländischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen in Deutschland in der hier betrachteten Altersgruppe sind 4,4 Millionen erwerbstätig. Das entspricht einer Erwerbstätigenquote von nahezu 62 %. Bei den Deutschen liegt diese bei rund 76 %.

Von den 40,2 Millionen Erwerbstätigen sind rund 63 % als Angestellte und 19 % als Arbeiter/-innen tätig. Hinzu kommen 5 % Beamte/-innen und fast 4 % Auszubildende. Ungefähr ein Zehntel der Erwerbstätigen ist selbstständig oder arbeitet als mithelfendes Familienmitglied im eigenen Unternehmen mit (ohne Abbildung).

Datentabelle:
Erwerbstätige in Deutschland nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit 2016 (xls, 46KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Erwerbstätige nach Alter 2016

Von den in Deutschland im Jahr 2016 lebenden 54,1 Millionen Personen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren sind 40,2 Millionen erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote liegt damit bei 74 %. Diese variiert stark über die verschiedenen Altersgruppen.

Während die Altersklassen zwischen 30 und 55 Jahren Erwerbstätigenquoten von über 80 % aufweisen, fällt diese bei den jüngeren und höheren Altersgruppen geringer aus. Besonders niedrig ist sie bei den 15- bis 20-jährigen Personen (26 %), die zum Teil noch in der schulischen oder akademischen Ausbildung sind. Bei den 20- bis 25-Jährigen ist sie deutlich höher (63 %), bei den 25- bis 30-Jährigen mit 78 % schon über dem Durchschnitt aller Altersgruppen. Auch am oberen Altersrand liegt die Erwerbstätigenquote niedriger. Von den 55- bis 60-Jährigen sind 79 % erwerbstätig, bei den 60- bis 65-Jährigen sind es nur 56 %. Die Quoten dieser beiden Altersgruppen sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen: 2005 lagen sie noch bei 67 % bzw. 30 % und im Jahr 2010 bei 74 % bzw. 42 %.

Datentabelle:
Erwerbstätige in Deutschland nach Alter 2016 (xls, 46KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Bestand an Langzeitarbeitslosen 2007 - 2017

Arbeitslose stellen einen Teil des Erwerbspersonenpotenzials dar. Für die Volkswirtschaft und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es umso wichtiger, diese möglichst schnell und gut (wieder) in den Arbeitsmarkt zu bringen. Eine besondere Herausforderung stellt dies bei Langzeitarbeitslosen dar. Denn je länger die Phase der Arbeitslosigkeit andauert, desto schwieriger ist es, dass die betroffenen Personen beruflichen Anschluss in einer sich kontinuierlich wandelnden Arbeitswelt finden. Hierfür sind besondere Anstrengungen nötig.

Die Arbeitslosenstatistik weist Arbeitslose auf der Grundlage der Definition der Arbeitslosigkeit im Sozialgesetzbuch aus. Dort heißt es im § 16 Absatz 1 SGB III: „Arbeitslose sind Personen, die […] (1) vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, (2) eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen, und (3) sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.“ Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Liniendiagramm, das den Bestand an Langzeitarbeitslosen in Deutschland von 2007 bis 2017 zeigt. Wird im Text erläutert. Bestand an Langzeitarbeitslosen in Deutschland 2007-2017 Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA)

Die Dauer der Arbeitslosigkeit folgt dem Konzept nach § 18 Abs. 1 SGB III. Bei der Messung der Arbeitslosigkeitsdauer werden Unterbrechungen wegen Teilnahme an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung oder – soweit sechs Wochen nicht überschritten werden – einer Erkrankung, sonstiger Nicht-Erwerbstätigkeit sowie sonstiger Gründe nicht berücksichtigt. Als langzeitarbeitslos gelten dabei Personen, die mehr als ein Jahr arbeitslos sind.

Die vorliegende Statistik gibt den Bestand an Langzeitarbeitslosen im Zeitraum 2007 bis 2017 wieder. Ihre Zahl belief sich im Jahr 2017 auf durchschnittlich 900.700. Im Jahr 2016 lag der Wert bei 993.100 und 2007 bei 1.733.000. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen betrug zuletzt 35,6 %.

Datentabelle:
Bestand an Langzeitarbeitslosen in Deutschland (xls, 39KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Bestand an Langzeitarbeitslosen nach Staatsangehörigkeit 2007 - 2017

Arbeitslose stellen einen Teil des Erwerbspersonenpotenzials dar. Für die Volkswirtschaft und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es umso wichtiger, diese möglichst schnell und gut (wieder) in den Arbeitsmarkt zu bringen. Eine besondere Herausforderung stellt dies bei Langzeitarbeitslosen dar. Denn je länger die Phase der Arbeitslosigkeit andauert, desto schwieriger ist es, dass die betroffenen Personen beruflichen Anschluss in einer sich kontinuierlich wandelnden Arbeitswelt finden. Hierfür sind besondere Anstrengungen nötig.

Die Arbeitslosenstatistik weist Arbeitslose auf der Grundlage der Definition der Arbeitslosigkeit im Sozialgesetzbuch aus. Dort heißt es im § 16 Absatz 1 SGB III: „Arbeitslose sind Personen, die […] (1) vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, (2) eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen, und (3) sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.“ Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos.

Die Dauer der Arbeitslosigkeit folgt dem Konzept nach § 18 Abs. 1 SGB III. Bei der Messung der Arbeitslosigkeitsdauer werden Unterbrechungen wegen Teilnahme an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung oder – soweit sechs Wochen nicht überschritten werden – einer Erkrankung, sonstiger Nicht-Erwerbstätigkeit sowie sonstiger Gründe nicht berücksichtigt. Als langzeitarbeitslos gelten dabei Personen, die mehr als ein Jahr arbeitslos sind.

Die vorliegende Statistik gibt den Bestand an Langzeitarbeitslosen nach Staatsangehörigkeit im Zeitraum 2007 bis 2017 wieder. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag im Jahr 2017 bei durchschnittlich 196.200, im Vergleich zu 198.200 in 2016 und 277.400 in 2007. Damit ist deren Anteil an allen Langzeitarbeitslosen von 16,0 % auf 22,0 % gestiegen. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen ausländischen Arbeitslosen betrug zuletzt 29,9 %.

Datentabelle:
Bestand an Langzeitarbeitslosen in Deutschland nach Staatsangehörigkeit (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Arbeitslose nach letzter abgeschlossener Berufsausbildung 2009 - 2017

Arbeitslose stellen einen Teil des Erwerbspersonenpotenzials dar. Für die Volkswirtschaft und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es umso wichtiger, diese möglichst schnell und gut (wieder) in den Arbeitsmarkt zu bringen. Bei entsprechender beruflicher Qualifikation können Arbeitslose den Arbeitskräftemangel reduzieren helfen.

Die Arbeitslosenstatistik erfasst derartige Daten. Sie weist Arbeitslose auf der Grundlage der Definition der Arbeitslosigkeit im Sozialgesetzbuch aus. Dort heißt es im § 16 Absatz 1 SGB III: „Arbeitslose sind Personen, die […] (1) vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, (2) eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen, und (3) sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.“ Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos. Hinsichtlich beruflicher Qualifikationen wird in der Arbeitslosenstatistik in der Regel zwischen folgenden Abschlussarten unterschieden: ohne abgeschlossene Berufsausbildung, betriebliche/schulische Ausbildung, Akademische Ausbildung und keine Zuordnung möglich, wenn keine diesbezüglichen Informationen vorliegen.

Die Daten von 2017 zeigen, dass 45,7 % der Arbeitslosen in Deutschland im Jahresdurchschnitt über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Der Anteil der Arbeitslosen mit betrieblicher/schulischer Ausbildung lag bei rund 40,6 %, der Anteil der arbeitslosen Akademiker hingegen nur bei 7,6 %. Für rund 6,1 % der Arbeitslosen liegen keine Informationen zur Berufsausbildung vor. Im Vergleich zum Jahr 2009 ist der Anteil an Arbeitslosen mit betrieblicher/schulischer Ausbildung zurückgegangen (-8,9 Prozentpunkte), während der Anteil mit akademischer Ausbildung (+2,8 Prozentpunkte) und am stärksten der Anteil ohne abgeschlossene Berufsausbildung (+3,8 Prozentpunkte) gewachsen ist.

Datentabelle:
Arbeitslose in Deutschland nach letzter abgeschlossener Berufsausbildung (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Altersstruktur der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland

Altersstruktur der Erwerbstätigen nach Wirtschaftszweigen 2016

Angesichts des demografischen Wandels stellt sich die Frage, inwiefern auch Wirtschaftsbereiche altersstrukturelle Veränderungen erfahren. Zum einen sind bestimmte Tätigkeiten je nach Arbeitsanforderungen im Alter besser oder schwieriger ausübbar. Zum anderen beeinflusst die Berufswahl junger Schulabsolventen mit, welche Wirtschaftsbereiche von Nachwuchsmangel und Überalterung betroffen sein werden.

Im Jahr 2016 waren 30 % aller Erwerbstätigen in Deutschland jünger als 35 Jahre, etwa die Hälfte zwischen 35 und 55 Jahre (49 %) und etwa jeder fünfte mindestens 55 Jahre alt (22 %). Etwas weniger als 3 % waren sogar älter als 65 Jahre. Unterschieden nach Wirtschaftszweigen fällt auf, dass in der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei der Altersdurchschnitt der Erwerbstätigen deutlich höher ist. Während die Altersgruppe 55 Jahre und älter ein Drittel ausmacht (32 %), sind lediglich 22 % der Erwerbstätigen dort unter 35 Jahre. Der "zweitälteste" Wirtschaftszweig ist die Öffentliche Verwaltung, in der mit 24 % überdurchschnittlich viele Ältere und mit 26 % unterdurchschnittlich viele Jüngere arbeiten.

Der "jüngste" Wirtschaftszweig hingegen ist demnach der Bereich "Handel, Reparatur von Kfz und Gastgewerbe". Hier setzen sich die Erwerbstätigen altersstrukturell wie folgt zusammen: 34 % unter 35-Jährige, 46 % 35- bis unter 55-Jährige und 19 % 55-Jährige und älter. An zweiter Stelle folgt "Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe (ohne Baugewerbe und Energieversorgung) mit 30 % Jüngeren, 50 % in der mittleren Altersgruppe und 20 % Älteren.

Datentabelle:
Altersstruktur der Erwerbstätigen in Deutschland nach Wirtschaftszweigen 2016 (xls, 39KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Altersstruktur der Beschäftigten in den Betrieben 2017

Der demografische Wandel verändert die Altersstruktur der Bevölkerung. Die Auswirkungen von Schrumpfung und Alterung auf die Bevölkerung im Erwerbsalter sind dabei von essentieller Bedeutung, weil diese als arbeitender Teil der Gesellschaft die Wirtschaftskraft und das Sozialsystem sicherstellt. Laut aktueller Bevölkerungsvorausberechnung wird die Zahl der Menschen im Erwerbsalter (20-64 Jahre) in Deutschland im Jahr 2060 je nach Wanderungssaldo um etwa ein Viertel bzw. ein Drittel kleiner sein (Statistisches Bundesamt 2015:20). Das verschärft die Situation des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt. Daneben müssen sich Betriebe zunehmend mit alternden Belegschaften auseinandersetzen, was besondere Anforderungen an Arbeitsgestaltung und Qualifizierungsbedarfe mit sich bringt.

Balkendiagramm, das die Altersstruktur der Beschäftigten in den Betrieben in Deutschland im Jahr 2017 zeigt. Wird im Text erläutert. Altersstruktur der Beschäftigten in den Betrieben 2017 Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Wie relevant letzteres heute schon ist, darüber kann die Altersstruktur der Beschäftigten in den Betrieben einen ersten Eindruck vermitteln. Diese wird im Rahmen des IAB-Betriebspanels erhoben. Die Daten von 2017 zeigen, dass 60-Jährige und Ältere immerhin 8 % an der Gesamtbeschäftigung in den Betrieben ausmachen. Knapp ein weiteres Viertel (24,4 %) ist zwischen 50 und 59 Jahre alt. Die meisten Beschäftigten in Deutschlands Betrieben, und zwar fast die Hälfte (45,2 %), gehören der Altersgruppe der 30- bis unter 50-Jährigen an. Und ein Fünftel befindet sich im Alter unter 30 Jahre. Im Vergleich zum Jahr 2011 hat sich der Anteil der 30- bis unter 50-Jährigen an allen Beschäftigten um sieben Prozentpunkte verringert. Umgekehrt hat sich der Anteil der Alterskohorte 50 Jahre und älter im gegebenen Zeitraum um rund fünf Prozentpunkte erhöht.

Datentabelle:
Altersstruktur der Beschäftigten in den Betrieben 2017 (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Potenzial und Bedarf an Arbeitskräften in Deutschland

Erwerbspersonenpotenzial 1991 - 2018

Der Bevölkerungsrückgang lässt auch die Erwerbsbevölkerung schrumpfen. Die Wirtschaft ist jedoch weiterhin auf Arbeitskräfte angewiesen. Hierfür kann nicht nur auf Zuwanderung gesetzt werden. Auch muss das inländische Erwerbspersonenpotenzial bestmöglich genutzt und in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das Erwerbspersonenpotenzial stellt die Summe aus Erwerbstätigen, Erwerbslosen und Stiller Reserve dar und bildet damit die maximale Zahl der in einer Volkswirtschaft verfügbaren Arbeitskräfte ab.

In Deutschland hat sich das Erwerbspersonenpotenzial seit der Wiedervereinigung von 43,3 Mio. im Jahre 1991 auf 47,1 Mio. Erwerbspersonen 2017 vergrößert. Die Prognose weist für 2018 eine Zunahme um weitere 250.000 Personen gegenüber 2017 aus.

Die Zunahme resultiert aus den Faktoren demografische Entwicklung, Erwerbsbeteiligung und Migration. So wird prognostiziert, dass Zuwanderung das Erwerbspersonenpotenzial 2018 um insgesamt 240.000 Arbeitskräfte erhöht. Eine steigende Erwerbsbeteiligung, vor allem von Frauen und Älteren, sowie der Arbeitsmarkteintritt von Flüchtlingen steigert das Erwerbspersonenpotenzial 2018 noch einmal um fast 310.000 Arbeitskräfte. Der unverändert wirkende demografische Trend einer alternden Bevölkerung reduziert dagegen das Erwerbspersonenpotenzial – isoliert betrachtet – gegenüber dem Vorjahr um 290.000 Arbeitskräfte.

Die Entwicklung über die letzten 25 Jahre zeigt, dass die Zahl der Erwerbslosen und die Stille Reserve, die nicht ausgeschöpfte Ressourcen für den Arbeitsmarkt darstellen, insgesamt rückläufig sind. So wurden 2017 im Vergleich zum letzten Höchststand 2005 fast 3 Mio. erwerbslose Personen weniger registriert. Die Stille Reserve geht schon seit Mitte der 1990er Jahre zurück, d. h. die "verdeckte" Arbeitslosigkeit sinkt. 2017 betrug deren Zahl 1.185.000 Personen, im Jahr 2005 waren es noch 1,7 Millionen. Aufgrund der günstigen Beschäftigungsentwicklung wird für beide Komponenten auch für 2018 ein weiterer Rückgang prognostiziert.


Datentabellen:
Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials (Inlandskonzept) in Deutschland (xls, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Zusammensetzung des Erwerbspersonenpotenzials (Inlandskonzept) in Deutschland (xls, 43KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Arbeitskräftebedarfsprojektion nach Berufshauptfeldern 2010 - 2035

Es zeigt sich, dass bei bislang anhaltenden Entwicklungen und bestehenden Verhaltensweisen der Wirtschaft und der Erwerbspersonen – trotz Berücksichtigung von beruflicher Mobilität – Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage auf fachlicher Ebene entstehen werden. Während sich Engpässe im Gesundheitsbereich bereits in früheren Projektionen gezeigt haben, ist vor allem die Diskrepanz zwischen Arbeitskräfteangebot und -bedarf in "Bauberufen, Holz-, Kunststoffbe- und -verarbeitung" eine neue Erkenntnis. Zum Ende des Projektionszeitraums wird hier die Babyboomer-Generation in den Ruhestand gegangen sein und das neu auf den Arbeitsmarkt strömende Angebot an Erwerbspersonen wird diese Lücke nicht schließen können, obwohl in diesem Berufshauptfeld auch der Bedarf an Erwerbstätigen zwischen 2015 und 2035, nach einem zwischenzeitlichen Anstieg bis 2018, von rund 1,4 Mio. auf 1,25 Mio. Personen zurückgeht. Ursächlich für die Engpässe sind auch die höhere Flexibilität und die vergleichsweise weniger dynamische Lohnentwicklung in diesem Berufsfeld.

Grundsätzlich ist bei dieser Betrachtung der zukünftigen Entwicklung in Bezug auf mögliche Engpässe oder Überhänge zu berücksichtigen, dass es sich hierbei um aggregierte Berufshauptfelder handelt. Darunter zusammengefasste Berufe können abweichende Entwicklungen aufweisen. So können z. B. bei hochspezialisierten Einzelberufen sehr wohl Engpässe auftreten, obwohl das Berufshauptfeld als Aggregat auf einen Überhang hindeutet.

Datentabelle:
Differenz von Erwerbstätigen und Erwerbspersonen unter Berücksichtigung der beruflichen Flexibilität nach Berufshauptfeldern (xls, 41KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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