Demowanda Hauptnavigation

Ressourcen

Handkreis mit sieben Fäusten (Quelle: dolgachov/iStock) Quelle: dolgachov/iStock

Psychische Arbeitsanforderungen lassen sich nicht immer vermeiden. Gleichwohl sollten sie kein gesundheitsgefährdendes Maß annehmen. Hierfür können z. B. Betriebe und Arbeitgeber sorgen, indem sie den Beschäftigten möglichst viele Ressourcen zur Verfügung stellen.

Ressourcen äußern sich in unterschiedlicher Form
Ressourcen am Arbeitsplatz können dabei helfen mit arbeitsbedingten Stressoren besser umzugehen oder sie können die Motivation und Leistung der Beschäftigten positiv beeinflussen. Ressourcen können sich in unterschiedlicher Form äußern. Sie sind u. a. gegeben, wenn Beschäftigte Handlungsspielräume bei der Arbeitsdurchführung haben. Dazu gehört, dass man in dem von der Tätigkeit zugelassenen Rahmen selbst entscheiden kann, wann und wo welche und wie viel Arbeit gemacht wird. Daneben kann es für den Umgang mit psychischen Arbeitsanforderungen förderlich sein, wenn das Arbeitsumfeld die eigene Arbeit honoriert und als wichtig erachtet. Denn dies löst positive Emotionen aus, die belastende Situationen besser zu bewältigen helfen. Ähnliches gilt, wenn sich Beschäftigte am Arbeitsplatz als Teil einer Gemeinschaft fühlen. Dadurch kann der Einzelne eher auf Unterstützung durch Kollegen und den direkten Vorgesetzen zählen. Das ist besonders wichtig, weil Arbeitsplätze heutzutage mehr als früher Flexibilität vom Arbeitnehmer verlangen und nicht selten ein breites Aufgabenspektrum haben.

Insgesamt erleichtern Ressourcen also den Arbeitsalltag, machen ihn angenehmer, können subjektiv empfundenen Belastungen vorbeugen bzw. zumindest reduzieren und haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Demnach sollte die Bereitstellung von Ressourcen auch als Teil betrieblicher Gesundheitsförderung verstanden werden.

Ressourcenverfügbarkeit bei der Arbeit

Beschäftigte nach Alter 2012

Die Beschäftigten wurden gefragt, wie häufig Ressourcen bei der Arbeitstätigkeit zur Verfügung stehen. Hierzu zählen z. B. der Handlungsspielraum der Beschäftigten und die soziale Unterstützung bei der Arbeit. Die Arbeitsbedingungen "eigene Arbeit selbst planen und einteilen" (15-34 Jahre: 61 %, 35-49 Jahre: 69 %, 50-64 Jahre: 71 %), "Einfluss auf die Arbeitsmenge" (15-34 Jahre: 28 %, 35-49 Jahre: 32 %, 50-64 Jahre: 36 %) und "Gefühl, dass die Tätigkeit wichtig ist" (15-34 Jahre: 72 %, 35-49 Jahre: 78 %, 50-64 Jahre: 82 %) kommen mit steigendem Alter häufiger vor. Erstere Ressource wird von den Beschäftigten mit durchschnittlich einem Drittel am seltensten berichtet.

Jüngere (15-34 Jahre: 82 %) und ältere Beschäftigte (50-64 Jahre: 81 %) erleben am meisten das Gefühl, am Arbeitsplatz Teil der Gemeinschaft zu sein. Beschäftigte mittleren Alters geben dies etwas seltener an (35-49 Jahre: 78 %). Generell fühlen sich Beschäftigte häufiger von Kollegen unterstützt als vom direkten Vorgesetzten. Die Ressource der sozialen Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte wird zwar von über der Hälfte der Beschäftigten genannt, nimmt allerdings mit dem Alter ab. Die Unterstützung durch die Kollegen (15-34 Jahre: 83 %, 35-49 Jahre: 79 %, 50-64 Jahre: 77 %) lässt stärker nach als die durch den direkten Vorgesetzten (15-34 Jahre: 60 %, 35-49 Jahre: 59 %, 50-64 Jahre: 57 %).

Datentabelle:
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Beschäftigte nach Alter 2012 (xls, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Beschäftigte nach Arbeitszeit, Geschlecht und Alter 2012

Balkendiagramm, das die häufig verfügbaren Ressourcen bei der Arbeit bei männlichen Vollzeitbeschäftigten nach Alter 2012 zeigt. Wird im Text erläutert. Ressourcen bei männlichen Vollzeitbeschäftigten nach Alter 2012 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Balkendiagramm, das die häufig verfügbaren Ressourcen bei der Arbeit bei weiblichen Beschäftigten nach Arbeitszeit und Alter 2012 zeigt. Wird im Text erläutert. Ressourcen bei weiblichen Beschäftigten nach Arbeitszeit und Alter 2012 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Die häufigen Ressourcen "eigene Arbeit selbst planen und einteilen", "Einfluss auf die Arbeitsmenge" und "Gefühl, dass die Tätigkeit wichtig ist" kommen unabhängig von Geschlecht sowie Voll- und Teilzeitanstellung mit steigendem Alter häufiger vor. Vollzeit arbeitende Frauen mittleren Alters und höheren Alters planen und teilen ihre Arbeit am häufigsten selbst ein (74 %). Am seltensten gelingt dies teilzeittätigen Frauen jüngeren Alters (56 %). Die 50- bis 64-jährigen Männer in Vollzeit können die Arbeitsmenge am häufigsten selbst beeinflussen (39 %). Am seltensten ist dies bei vollzeitarbeitenden Frauen jüngeren Alters möglich (26 %). Das Gefühl, dass die Tätigkeit wichtig ist, wird am meisten von älteren weiblichen Vollzeittätigen (50-64 Jahre: 83 %) berichtet. Für in Teilzeit arbeitende jüngere Frauen trifft dies deutlich weniger zu (70 %).

Soziale Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte nimmt mit steigendem Alter größtenteils ab. Während die 15- bis 34-jährigen weiblichen Teilzeitbeschäftigten (85 %) sich am stärksten kollegial unterstützt fühlen, tun dies Frauen in Voll- und Teilzeit höheren Alters (75 %) deutlich weniger. Die Unterstützung durch Vorgesetzte ist am größten bei Frauen in Teilzeit jüngeren Alters (69 %), am kleinsten bei in Vollzeit arbeitenden Frauen mittleren und höheren Alters (55 %). Bei der Ressource "am Arbeitsplatz Teil einer Gemeinschaft sein" gibt es keine eindeutigen Effekte. Männer in Teilzeit wurden aufgrund zu geringer Fallzahlen nicht ausgewertet.


Datentabellen:
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Männliche Vollzeitbeschäftigte nach Alter 2012 (xls, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Weibliche Beschäftigte nach Arbeitszeit und Alter 2012 (xls, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2012

Balkendiagramm, das die häufig verfügbaren Ressourcen bei der Arbeit bei Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2012 zeigt. Wird im Text erläutert. Ressourcen bei Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2012 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Balkendiagramm, das die häufig verfügbaren Ressourcen bei der Arbeit bei Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2012 zeigt. Wird im Text erläutert. Ressourcen bei Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2012 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Die häufigen Arbeitsbedingungen "eigene Arbeit selbst planen und einteilen", "Einfluss auf die Arbeitsmenge" und "Gefühl, dass die Tätigkeit wichtig ist" werden unabhängig vom Wirtschaftsbereich, d. h. Handwerk, Industrie, Öffentlicher Dienst und Dienstleistungsbereich, mit steigendem Alter öfter berichtet. Die Ressource "Einfluss auf die Arbeitsmenge" ist generell am seltensten vorhanden. Hierbei zeigt sich, dass ältere Beschäftigte (50-64 Jahre) im öffentlichen Dienst am häufigsten ihre eigene Arbeit selbst planen und einteilen (80 %), Einfluss auf die Arbeitsmenge haben (38 %) und das Gefühl haben, dass die Tätigkeit wichtig ist (83 %). Letztere Ressource wird gleichermaßen oft von den 50- bis 64-Jährigen im industriellen Bereich genannt (83 %). Im Vergleich dazu haben Jüngere (15-34 Jahre) im handwerklichen Bereich am wenigsten die Möglichkeit der selbständigen Arbeitsplanung und -einteilung (48 %) und im öffentlichen Dienst den geringsten Einfluss auf die Arbeitsmenge (25 %).

Kollegiale Unterstützung am Arbeitsplatz wird mit zunehmendem Alter der Beschäftigten weniger berichtet. 15- bis 34-Jährige im industriellen Bereich erfahren am häufigsten Unterstützung durch Kollegen (87 %), während Ältere (50-64 Jahre) im öffentlichen Dienst dies am seltensten erleben (76 %). Bei den Ressourcen "am Arbeitsplatz Teil einer Gemeinschaft sein" und "Unterstützung vom direkten Vorgesetzten" zeichnen sich keine eindeutigen Alterseffekte oder Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen ab.


Datentabellen:
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2012 (1) (xls, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2012 (2) (xls, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Inhaltliche Beiträge zum Thema von:

  • Logo der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Logo des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB)
  • Logo des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB)
  • Logo des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA)
  • Logo des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
  • Logo des Robert Koch-Instituts (RKI)