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Ressourcen

Handkreis mit sieben Fäusten (Quelle: dolgachov/iStock) Quelle: dolgachov/iStock

Psychische Arbeitsanforderungen lassen sich nicht immer vermeiden. Gleichwohl sollten sie kein gesundheitsgefährdendes Maß annehmen. Hierfür können z. B. Betriebe und Arbeitgeber sorgen, indem sie den Beschäftigten möglichst viele Ressourcen zur Verfügung stellen.

Ressourcen äußern sich in unterschiedlicher Form
Ressourcen am Arbeitsplatz können dabei helfen mit arbeitsbedingten Stressoren besser umzugehen oder sie können die Motivation und Leistung der Beschäftigten positiv beeinflussen. Ressourcen können sich in unterschiedlicher Form äußern. Sie sind u. a. gegeben, wenn Beschäftigte Handlungsspielräume bei der Arbeitsdurchführung haben. Dazu gehört, dass man in dem von der Tätigkeit zugelassenen Rahmen selbst entscheiden kann, wann und wo welche und wie viel Arbeit gemacht wird. Daneben kann es für den Umgang mit psychischen Arbeitsanforderungen förderlich sein, wenn das Arbeitsumfeld die eigene Arbeit honoriert und als wichtig erachtet. Denn dies löst positive Emotionen aus, die belastende Situationen besser zu bewältigen helfen. Ähnliches gilt, wenn sich Beschäftigte am Arbeitsplatz als Teil einer Gemeinschaft fühlen. Dadurch kann der Einzelne eher auf Unterstützung durch Kollegen bzw. Kolleginnen und die direkten Vorgesetzen zählen. Das ist besonders wichtig, weil Arbeitsplätze heutzutage mehr als früher Flexibilität vom Arbeitnehmer verlangen und nicht selten ein breites Aufgabenspektrum haben.

Insgesamt erleichtern Ressourcen also den Arbeitsalltag, machen ihn angenehmer, können subjektiv empfundenen Belastungen vorbeugen bzw. zumindest reduzieren und haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Demnach sollte die Bereitstellung von Ressourcen auch als Teil betrieblicher Gesundheitsförderung verstanden werden.

Ressourcenverfügbarkeit bei der Arbeit

Beschäftigte nach Alter 2018

Die Beschäftigten wurden gefragt, wie häufig ihnen verschiedene Ressourcen bei der Arbeit zur Verfügung stehen. Hierzu zählen z. B. Handlungsspielräume und soziale Unterstützung bei der Arbeit. Dabei kommen die Arbeitsbedingungen "Einfluss auf die Arbeitsmenge" (15-34 Jahre: 27 %, 35-49 Jahre: 30 %, 50-64 Jahre: 31 %) und "Gefühl, dass die Tätigkeit wichtig ist" (15-34 Jahre: 69 %, 35-49 Jahre: 79 %, 50-64 Jahre: 82 %) mit steigendem Alter häufiger vor. Freiheitsgrade bezüglich der Planung und Einteilung der eigenen Arbeit werden am häufigsten von Beschäftigten mittleren Alters angegeben (66 %), besonders jüngere nennen dies seltener (60 %).


Häufig Hilfe und Unterstützung von Kollegen und Kolleginnen (82 % vs. 80 % vs. 77 %) und vom / von der direkten Vorgesetzten (61 % vs. 59 % vs. 58 %) zu erfahren nimmt hingegen mit steigendem Alter ab. Das gilt auch für Lob und Anerkennung durch die Vorgesetzte oder den Vorgesetzten (36 % vs. 34 % vs. 29 %).

Datentabelle:
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Beschäftigte nach Alter 2018 (xls, 42 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Beschäftigte nach Arbeitszeit, Geschlecht und Alter 2018

Die Beschäftigten wurden gefragt, wie häufig ihnen verschiedene Ressourcen bei der Arbeit zur Verfügung stehen. Hierzu zählen z. B. Handlungsspielräume und soziale Unterstützung bei der Arbeit. Es werden Männer in Vollzeit, Frauen in Vollzeit und Frauen in Teilzeit nach Altersgruppen miteinander verglichen. Männer in Teilzeit wurden aufgrund zu geringer Fallzahlen nicht ausgewertet.

Balkendiagramm, das die häufig verfügbaren Ressourcen bei der Arbeit bei männlichen Vollzeitbeschäftigten nach Alter 2018 zeigt. Wird im Text erläutert. Ressourcen bei männlichen Vollzeitbeschäftigten nach Alter 2018 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Dass die Ressourcen "Einfluss auf die Arbeitsmenge" und "Gefühl, dass die Tätigkeit wichtig ist" häufig verfügbar sind, wird unabhängig von Geschlecht sowie Voll- und Teilzeitanstellung mit steigendem Alter öfters berichtet. Die 50- bis 64-jährigen Männer in Vollzeit können die Arbeitsmenge am häufigsten selbst beeinflussen (31 %). Am seltensten ist dies bei teilzeitarbeitenden Frauen jüngeren Alters möglich (26 %). Häufig das Gefühl zu haben, dass die Tätigkeit wichtig ist, wird am meisten von älteren weiblichen Teilzeittätigen (85 %), am seltensten von jüngeren weiblichen Teilzeitbeschäftigten (67 %) berichtet. Die eigene Arbeit häufig selbst planen und einteilen zu können, davon berichten am meisten ältere Frauen in Vollzeit (71 %). Bei den gleichaltrigen Männern in Vollzeit sind es dagegen nur 62 %.


Häufige soziale Unterstützung durch Kollegen und Kolleginnen erfahren die 15- bis 34-jährigen weiblichen Teilzeitbeschäftigten (86 %) am stärksten. Bei Frauen in Voll- und Teilzeit höheren Alters ist das deutlich weniger der Fall (74 bzw. 76 %). Die Unterstützung durch Vorgesetzte ist am größten bei Frauen in Teilzeit jüngeren Alters (62 %), am kleinsten bei in Vollzeit arbeitenden Frauen höheren Alters (54 %). Lob bzw. Anerkennung vom / von der direkten Vorgesetzten erfahren jüngere weibliche Teilzeitbeschäftigte mit 42 % am häufigsten und ältere Männer in Vollzeit mit 24 % am wenigsten, wobei sich insgesamt ein deutlicher Rückgang mit dem Alter in allen drei betrachteten Gruppen zeigt.



Datentabellen:
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Männliche Vollzeitbeschäftigte nach Alter 2018 (xls, 42 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Weibliche Beschäftigte nach Arbeitszeit und Alter 2018 (xls, 42 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2018

Die Beschäftigten wurden danach gefragt, wie häufig ihnen verschiedene Ressourcen bei der Arbeit zur Verfügung stehen. Hierzu zählen z. B. Handlungsspielräume und soziale Unterstützung bei der Arbeit. Verglichen werden hierbei Beschäftigte verschiedener Altersgruppen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen wie Öffentlicher Dienst, Industrie, Handwerk und Dienstleistung.

Von den betrachteten häufigen vorkommenden Ressourcen wird einzig das "Gefühl, dass die Tätigkeit wichtig ist" unabhängig vom Wirtschaftsbereich mit steigendem Alter öfter berichtet. Das trifft ebenso in der Industrie und im Öffentlichen Dienst auf die Ressource "Einfluss auf die Arbeitsmenge" zu. Die eigene Arbeit selbst planen und einteilen können Beschäftigte höheren und mittleren Alters im Öffentlichen Dienst am häufigsten. Hier liegt der Anteil bei jeweils über 70 %. Beschäftigte im handwerklichen Bereich hingegen haben unabhängig vom Alter am wenigsten die Möglichkeit dazu. Hier liegt der Anteil bei unter 60 %, bei den Jüngeren sogar unter 50 %.

Balkendiagramm, das die häufig verfügbaren Ressourcen bei der Arbeit bei Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2018 zeigt. Wird im Text erläutert. Ressourcen bei Beschäftigten nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2018 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)


Häufige kollegiale Unterstützung am Arbeitsplatz wird mit zunehmendem Alter der Beschäftigten in der Regel weniger berichtet. 15- bis 34-Jährige im Öffentlichen Dienst, im industriellen und handwerklichen Bereich erfahren am häufigsten Unterstützung durch Kollegen und Kolleginnen (über 83 %), während Ältere (50-64 Jahre) im Dienstleistungsbereich, der insgesamt niedriger liegt als die anderen Bereiche, dies am seltensten erleben (74 %). Häufige Unterstützung vom / von der direkten Vorgesetzten erfahren vor allem jüngere und ältere Beschäftigte im Handwerk (15-34 Jahre: 64 %, 50-64 Jahre: 65 %), gefolgt von der mittleren Altersgruppe im Dienstleistungsbereich (61 %). Lob und Anerkennung wird in fast allen Wirtschaftsbereichen am häufigsten von den jungen Beschäftigten genannt (Ausnahme Dienstleistung mit allerdings nur geringen Unterschieden zur mittleren Altersgruppe). Die ältesten geben dies am seltensten an.


Datentabellen:
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2018 (1) (xls, 42 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Häufig verfügbare Ressourcen bei der Arbeit: Beschäftigte nach Wirtschaftsbereichen und Alter 2018 (2) (xls, 42 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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