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Umgebungsbedingungen

Drei Bauarbeiter, die in der Sommerhitze heißen Asphalt auf dem Baugrund verteilen (Quelle: Wicki58/iStock) Quelle: Wicki58/iStock

Die Arbeitsumgebung variiert je nach Tätigkeit und Beruf. Ob in geschlossenen Räumen oder im Freien, Arbeitsplätze müssen ein sicheres und angenehmes Arbeiten gewährleisten.

Arbeitsplätze im Umfeld von Lärm bis Schmutz
Das Erwerbsleben bringt es mit sich, dass wir einen Großteil unserer Lebenszeit am Arbeitsplatz verbringen. Das macht deutlich, wie wichtig die Gestaltung von Arbeitsumgebung bzw. der Umgang mit ungünstigen Umgebungsfaktoren ist. Zu diesen gehören Verunreinigungen unterschiedlicher Art, klimatische und hygienische Bedingungen. Abhängig von Ausmaß und Expositionsdauer können sie gesundheitsschädigend und individuell unterschiedlich wirken, bis hin dazu, die jeweilige Tätigkeit temporär bis gar nicht mehr ausüben zu können. Lärm-, Licht-, Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse können ungünstige Arbeitsumgebungsbedingungen darstellen. Auch das Arbeiten mit Stoffen wie Gasen, Dämpfen, Öl und Fett oder das Arbeiten mit Schmutz erfordern besondere Vorsichtsmaßnahmen. Die Arbeitsumgebung kann die Gesundheit letztlich positiv oder negativ beeinflussen und mit ihr die Arbeitsproduktivität und -motivation des Beschäftigten.

Auftretenshäufigkeit von Umgebungsbedingungen bei der Arbeit

Beschäftigte nach Alter 2018

Die Beschäftigten wurden nach der Häufigkeit von bestimmten Umgebungsbedingungen gefragt. Bei häufig vorkommenden Arbeitsbedingungen wurde zusätzlich erfasst, ob diese von den Beschäftigten als belastend wahrgenommen werden.

Lärm bei der Arbeit wird altersübergreifend von gut einem Viertel der Beschäftigten angegeben und kommt damit am häufigsten vor (15-34 Jahre: 29 %, 35-49 Jahre: 27 %, 50-64 Jahre: 25 %). Während die Häufigkeit abnimmt, nimmt die subjektiv empfundene Belastung dadurch mit steigendem Alter leicht zu. Die Zunahme der subjektiven Belastung gilt für alle hier betrachteten Umgebungsbedingungen.

Etwa ein Fünftel arbeitet häufig bei ungünstigen klimatischen Bedingungen, wie Kälte, Hitze, Nässe, Feuchtigkeit oder Zugluft (15-34 Jahre: 22 %, 35-49 Jahre: 20 %, 50-64 Jahre: 20 %). Bei Öl, Fett, Schmutz oder Dreck zu arbeiten, kommt mit zunehmendem Alter seltener vor. Ein Fünftel der Jüngeren gibt dies an, während nur 16 % der Älteren davon berichten. Häufiges Arbeiten bei einer ungünstigen Beleuchtung (15-34 Jahre: 10 %, 35-49 Jahre: 9 %, 50-64 Jahre: 9 %) sowie bei Rauch, Gasen, Staub oder Dämpfen (15-34 Jahre: 14 %, 35-49 Jahre: 13 %, 50-64 Jahre: 12 %) wird vergleichsweise selten angegeben.

Datentabelle:
Umgebungsbedingungen bei der Arbeit: Beschäftigte nach Alter 2018 (xls, 42 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Vollzeitbeschäftigte nach Geschlecht und Alter 2018

Dargestellt ist die Häufigkeit bestimmter Arbeitsumgebungsbedingungen bei vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen nach Altersgruppen. Bei häufig auftretenden Arbeitsbedingungen wurde auch die subjektive Belastung der Beschäftigten erfasst.

Alle erfragten Umgebungsbedingungen wurden von Männern öfter berichtet als von Frauen. Der größte Geschlechterunterschied besteht bei Arbeiten mit Öl, Fett, Schmutz oder Dreck: In der jüngsten Altersgruppe geben dreimal so viele männliche (34 %) wie weibliche Beschäftigte (11 %) an, diese Arbeitsbedingung häufig zu haben. Daneben zeigt sich, dass Männer mit zunehmendem Alter häufiges Arbeiten unter Lärm (15-34 Jahre: 36 %, 35-49 Jahre: 33 %, 50-64 Jahre: 30 %), mit Rauch, Gasen, Staub oder Dämpfen (15-34 Jahre: 21 %, 35-49 Jahre: 19 %, 50-64 Jahre: 16 %) sowie häufiges Arbeiten bei Öl, Fett, Schmutz oder Dreck (15-34 Jahre: 34 %, 35-49 Jahre: 23 %, 50-64 Jahre: 21 %) seltener angeben.

Was die Belastung betrifft, ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Kommen die hier betrachteten Umgebungsbedingungen häufig vor, so fühlen sich dadurch deutlich mehr Frauen belastet als Männer. So berichten zum Beispiel rund 14 % der 50- bis 64-jährigen Frauen, häufig klimatisch schwierige Bedingungen vorzufinden. Knapp zehn Prozent der Frauen dieser Altersgruppe geben zudem an, sich dadurch belastet zu fühlen, was einem Anteil von mehr als zwei Dritteln entspricht. Bei den gleichaltrigen Männern hingegen liegt dieser bei rund der Hälfte (häufig und belastet 14 %, häufig gesamt 27 %).

Datentabelle:
Umgebungsbedingungen bei der Arbeit: Vollzeitbeschäftigte nach Geschlecht und Alter 2018 (xls, 46 KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Geräuschbelastung bei der Arbeit

Geräuschbelastung: Beschäftigte nach Geschlecht und Alter 2018

Gestapeltes Balkendiagramm, das die Geräuschbelastung bei der Arbeit nach Geschlecht und Alter im Jahr 2018 zeigt. Wird im Text erlläutert. Geräuschbelastung bei der Arbeit: Beschäftigte nach Geschlecht und Alter 2018 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Störende Geräusche bei der Arbeit können nachteilige Wirkungen auf Beschäftigte haben, beispielsweise weil sie die Konzentration bei der Bearbeitung von Aufgaben beeinträchtigen. Daher wurden in der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung die Beschäftigten u. a. gefragt, wie oft sie unter störenden Geräuschen arbeiten. Dies können Geräusche jeglicher Art und Lautstärke sein, z. B. Sprachgeräusche oder Geräusche von Maschinen. Wenn die Beschäftigten angaben, häufig unter störenden Geräuschen zu arbeiten, wurde zudem gefragt, ob dies als belastend erlebt wird. Die Ergebnisse werden für abhängig Beschäftigte nach Altersgruppen differenziert sowie getrennt für Männer und Frauen dargestellt.

Häufig unter störenden Geräuschen arbeiten
Insgesamt zeigt sich, dass in allen Altersgruppen Männer häufiger als Frauen angaben, unter störenden Geräuschen zu arbeiten. Der Anteil liegt bei den Männern zwischen 27 % und 30 % und fällt mit zunehmendem Alter leicht ab. In der Gruppe der Frauen liegt der Anteil zwischen 20 % und 24 % und steigt mit zunehmendem Alter an. Der größte Unterschied zwischen Männern und Frauen zeigt sich in der Altersgruppe 15-34 Jahre (Männer: 30 %, Frauen: 20 %).

Häufig unter störenden Geräuschen arbeiten und dies als belastend erleben
Der Anteil der Personen, die häufig unter störenden Geräuschen arbeiten und dies als belastend erleben, liegt bei Männern zwischen 14 % und 17 % und bei Frauen zwischen 13 % und 18 %. Wird der Anteil der belasteten Personen jeweils auf die Personen bezogen, die häufig unter störenden Geräuschen arbeiten, sind deutlichere Unterschiede erkennbar. Während bei den Männern der Anteil von Belasteten zwischen 47 % und 58 % liegt, werden bei den Frauen mit 66 % bis 75 % höhere Werte ermittelt. Der niedrigste Wert zeigt sich bei Männern der Altersgruppe 15-34 Jahre (47 % belastet) und der höchste Wert bei Frauen der Altersgruppe 50-64 Jahre (75 % belastet).

Datentabelle:
Geräuschbelästigung bei der Arbeit: Beschäftigte nach Alter und Geschlecht 2018 (xls, 42 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Ursache der Geräuschbelastung: Beschäftigte nach Alter 2018

Gestapeltes Balkendiagramm, das die Ursache der Geräuschbelastung bei der Arbeit nach Alter im Jahr 2018 zeigt. Wird im Text erläutert. Ursache der Geräuschbelastung bei der Arbeit: Beschäftigte nach Alter 2018 Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

In der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 wurde hinsichtlich der Arbeitsbedingungen u. a. gefragt, wie oft Beschäftigte unter störenden Geräuschen arbeiten und ob sie dies bei häufigem Vorkommen als belastend erleben. Ist dies der Fall wurde zusätzlich gefragt, was die Geräuschbelastung hauptsächlich verursacht. Bei der Frage nach der Quelle der Geräuschbelastung konnten die Befragten aus vier Antwortmöglichkeiten eine Angabe auswählen. Die Ergebnisse werden einmal für alle abhängig Beschäftigten, die diese Frage beantwortet haben (Gesamt), und einmal differenziert nach Altersgruppen dargestellt.

Quelle der Geräuschbelastung
Sowohl in der Gesamtgruppe als auch in den drei Altersgruppen entfiel der größte Anteil auf die Antwortmöglichkeit "Maschinen oder Geräte in der Arbeitsumgebung" (50-55 %) und der zweitgrößte Anteil auf die Antwortmöglichkeit "Sprache" (30-37 %). Die Antwortkategorien "Geräusche von draußen" und "Sonstiges" liegen an dritter bzw. vierter Stelle.

Eine weitere Auswertung, in der die Ursachen für die Geräuschbelastung getrennt für unterschiedliche Berufsgruppen (bezogen auf Vollzeitbeschäftigte und ohne Berücksichtigung von Altersgruppen) betrachtet wurden, zeigte, dass die dominante Quelle der Geräuschbelastung sich in den verschiedenen Berufsgruppen unterscheidet. Beispielsweise wurde in der Berufsgruppe "Verwaltungs- und Büroberufe" am häufigsten "Sprache" als hauptsächliche Ursache für die Geräuschbelastung genannt. In der Berufsgruppe "Bauberufe" waren "Maschinen oder Geräte in der Arbeitsumgebung" die wesentliche Quelle für die Geräuschbelastung (Sukowski/Hünefeld 2019).

Datentabelle:
Ursache der Geräuschbelästigung bei der Arbeit: Beschäftigte nach Alter 2018 (xls, 44 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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