GSB 7.0 Standardlösung

Gesundheitszustand

Stethoskop, das an einen symbolisierten Menschenkreis gehalten wird (Quelle: Andrey Popov/iStock) Quelle: Andrey Popov/iStock

Der Gesundheitszustand wirkt sich auf das subjektive Wohlbefinden, aber ebenso auf Arbeitsproduktivität und -zufriedenheit aus. Älter werdende Belegschaften erfordern es, dass Rahmenbedingungen für ein gesundes Arbeiten geschaffen werden müssen. Davon profitieren Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen.

Gesundheit lässt sich umfassend messen
Der Gesundheitszustand lässt sich mit objektiven und subjektiven Merkmalen abbilden. Wichtige objektive Indikatoren sind die Prävalenz verschiedener (chronischer) Erkrankungen, gesundheitlicher Einschränkungen und Beschwerden. Diese gesundheitlichen Probleme gehen mit krankheitsbedingten Fehlzeiten und einer erhöhten Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen einher und sind gute objektivierbare Maße für den Gesundheitszustand. Als subjektives Maß der Gesundheit hat sich in Bevölkerungsstudien die Selbsteinschätzung des eigenen Gesundheitszustandes international bewährt.

Subjektiv wahrgenommener Gesundheitszustand bedeutender Indikator
Das subjektive Urteil spiegelt neben tatsächlichen Beschwerden und Erkrankungen auch gesundheitsbezogene Einstellungen, Werte, soziale Vergleiche oder Ängste wider. Auch gesellschaftliche Entwicklungen können sich in der Beurteilung des eigenen Gesundheitszustandes niederschlagen, selbst wenn der objektive Gesundheitsstatus unverändert geblieben ist. Sie gilt zusätzlich als Indikator für die objektive gesundheitliche Lage und hat sich als Prädiktor über die künftige Häufigkeit von Erkrankungen sowie die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und die Sterblichkeit erwiesen. Nicht zuletzt entscheidet der selbst wahrgenommene Gesundheitszustand über die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die gesundheitliche Selbsteinschätzung beeinflusst möglicherweise auch die Motivation gesundheitlich riskante Verhaltensstile zu verändern, beispielsweise das Rauchen aufzugeben oder einen Bewegungsmangel auszugleichen.

Selbsteinschätzung des Gesundheitszustands als "sehr gut/ gut"

nach Geschlecht und Alter 2014

Die Ergebnisse der GEDA-Studie 2014 zeigen, dass etwa 70 % der Bevölkerung in Deutschland die eigene Gesundheit als "sehr gut" oder "gut" bewertet. Dabei sind statistisch signifikante Unterschiede mit Blick auf das Geschlecht zu beobachten: Frauen schätzen ihre Gesundheit im Vergleich zu Männern seltener als "sehr gut" oder "gut" ein. Ein Vergleich verschiedener Altersgruppen zeigt, dass mit steigendem Alter die positive Einschätzung der subjektiven Gesundheit abnimmt: Während im Jahr 2014 fast 90 % der 18- bis 34-jährigen Männer und 81 % der gleichaltrigen Frauen eine sehr gute oder gute Gesundheit angeben, sind es bei den über 65-jährigen männlichen Befragten nur noch die Hälfte und bei den gleichaltrigen Teilnehmerinnen 46 % (RKI 2016). In der zeitlichen Entwicklung sind laut der GEDA-Daten aus dem Jahr 2009 sowie 2010 (RKI 2011, 2012) keine signifikanten Unterschiede zum Jahr 2012 zu erkennen. Aufgrund eines Methodenwechsels lassen sich die Daten des Jahres 2014 nicht voll mit den vorangegangenen Wellen vergleichen.

Datentabelle:
Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands als "sehr gut / gut" nach Geschlecht und Alter 2014 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2014

Laut den Ergebnissen der GEDA-Studie 2014 schätzen über zwei Drittel (70 %) der Bevölkerung in Deutschland die eigene Gesundheit als "sehr gut" oder "gut" ein (RKI 2016). Werden die Aussagen zum selbsteingeschätzten Gesundheitszustand differenziert nach der Erwerbsbeteiligung betrachtet, zeigt sich, dass Erwerbstätige häufiger einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand berichten. Dabei zeigen sich keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Mit Blick auf das Alter sind im jungen Erwachsenenalter (14 bis 34 Jahre) kaum Unterschiede festzustellen. Im mittleren Erwachsenenalter (35 bis 64 Jahre) sind hingegen Unterschiede zu erkennen. So ist der Anteil der Bevölkerung, die eine gute oder sehr gute Gesundheit berichtet, in dieser Altersgruppe unter den Erwerbstätigen im Vergleich zu den Nicht-Erwerbstätigen höher. Bei der Interpretation dieser Befunde sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es sich bei Nicht-Erwerbstätigen um eine sehr heterogene Gruppe handelt: So sind in dieser Gruppe nicht nur Arbeitslose, sondern auch Studenten, voll erwerbsgeminderte Personen oder Hausfrauen und -männer erfasst.

Datentabelle:
Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands als "sehr gut / gut" nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2014 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)

bei Arbeitslosigkeit nach Geschlecht und Alter 2014

Die Ergebnisse der GEDA-Studie 2014 zeigen, dass etwa 70 % der Bevölkerung in Deutschland die eigene Gesundheit als "sehr gut" oder "gut" bewertet (RKI 2016). Die Daten zur subjektiven Gesundheit von Befragten, die innerhalb der letzten fünf Jahre von Arbeitslosigkeit betroffen waren, deuten darauf hin, dass Arbeitslosigkeitserfahrungen negative Folgen für die subjektive Gesundheit haben können. So berichten insbesondere Menschen mit längeren Arbeitslosigkeitserfahrungen im Vergleich zu Erwerbstätigen ohne solche Erfahrungen tendenziell seltener über eine gute oder sehr gute Gesundheit (Kroll/Lampert 2012).

Die Prävalenz einer guten oder sehr guten subjektiven Gesundheit der 18- bis 34-jährigen männlichen Befragten mit Arbeitslosigkeitserfahrung liegt bei etwa 78 %, für die gleichaltrigen weiblichen Befragten mit Arbeitslosigkeitserfahrung bei 70 %. Mit steigendem Alter nimmt der Anteil der Prävalenz weiter ab: So bewerten etwa 56 % Männer mit Arbeitslosigkeitserfahrung im mittleren Lebensalter (35 bis 64 Jahre) ihre Gesundheit mit "sehr gut" oder "gut". Bei den 35- bis 64-jährigen weiblichen Befragten liegt der Anteil bei 57 %.

Datentabelle:
Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands als "sehr gut / gut" bei Arbeitslosigkeit nach Geschlecht und Alter 2014 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Selbstberichtete Krankheitstage in den letzten 12 Monaten

nach Geschlecht und Alter 2012

Im Jahr 2012 gaben laut Daten der GEDA-Studie rund 7 % der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten an 50 oder mehr Tagen so krank gewesen zu sein, dass sie ihren üblichen Tätigkeiten nicht nachgehen konnten. Dabei lassen sich keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen feststellen. Mit Blick auf das Alter zeigt sich jedoch, dass der Anteil der Betroffenen, die länger oder häufiger krank sind, und dadurch mit Einschränkungen im Alltag konfrontiert sind, mit zunehmendem Alter tendenziell steigt. So sind Männer und Frauen zwischen 35 und 64 Jahren im Vergleich zu den 18- bis 34-Jährigen eher häufiger an mindestens 50 Tagen in den letzten 12 Monaten krankheitsbedingt in ihren alltäglichen Verrichtungen eingeschränkt. Im Rentenalter sinkt der Anteil der an 50 und mehr Tagen im Jahr krankheitsbedingt eingeschränkten Personen wieder (RKI 2014). Eine mögliche Erklärung für diesen Rückgang ist, dass sich die Alltagsanforderungen in Folge des Renteneintritts verändern.

Datentabelle:
50 Krankheitstage oder mehr in den letzten 12 Monaten nach Geschlecht und Alter 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012

Im Jahr 2012 war nur ein kleiner Teil der deutschen Bevölkerung (etwa 7 %) von langen oder häufigen krankheitsbedingten Einschränkungen betroffen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die selbstberichteten Krankheitstage je nach Erwerbsbeteiligung variieren (RKI 2014). Ein Vergleich zeigt, dass Erwerbstätige im Vergleich zu nicht erwerbstätigen Personen tendenziell seltener angeben, an 50 oder mehr Tagen so krank gewesen zu sein, dass sie ihren üblichen Tätigkeiten nicht nachgehen konnten. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass erwerbstätige Frauen im Vergleich zu erwerbstätigen Männern häufiger an mindestens 50 Tagen in den letzten 12 Monaten krankheitsbedingt in ihren alltäglichen Verrichtungen eingeschränkt waren.

Mit Blick auf das Alter wird deutlich, dass sowohl bei den 35- bis 64-jährigen erwerbstätigen Männern als auch bei den gleichaltrigen Frauen in Erwerbstätigkeit der Anteil der Prävalenz mit 50 und mehr Krankheitstagen in den letzten 12 Monaten etwas höher ist im Vergleich zu den anderen Altersgruppen der erwerbstätigen Befragten. Auffällig hoch ist der Anteil der 35- bis 64-jährigen männlichen Befragten, die nicht erwerbstätig sind gegenüber der gleichaltrigen Männer in Erwerbstätigkeit: Hier ist der Anteil viermal so hoch, bei den Frauen immerhin etwa doppelt so hoch. Bei der Interpretation dieser Befunde sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es sich bei Nicht-Erwerbstätigen um eine sehr heterogene Gruppe handelt: So sind in dieser Gruppe nicht nur Arbeitslose, sondern auch Studenten, voll erwerbsgeminderte Personen oder Hausfrauen und -männer erfasst.

Datentabelle:
50 Krankheitstage oder mehr in den letzten 12 Monaten nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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