GSB 7.0 Standardlösung

Gesundheitsverhalten

Grüne und rote Äpfel mit einem Maßband auf einem Holzuntergrund liegend (Quelle: Kbanyong/iStock) Quelle: Kbanyong/iStock

Beim Gesundheitszustand wird zunehmend auch das Gesundheitsverhalten in den Blick genommen. Neben Lebensumwelt und Arbeitsumgebung sind eigene Verhaltensweisen für die Gesundheit mitverantwortlich. Krankheitsrisiken und damit verbundene gesellschaftliche Folgen können dadurch vermindert werden.

Gesundheitsförderung beginnt bei einem selbst
Die Gesundheit wird durch verschiedene innere und äußere Faktoren beeinflusst. Dazu zählt, neben Gefährdungen aus der Umwelt, Arbeitswelt oder sozialen Lage, auch das persönliche Gesundheitsverhalten. Dieses lässt sich über das Ernährungs-, Bewegungs- und Risikoverhalten abbilden. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige sportliche Aktivität können das persönliche körperliche und psychische Wohlbefinden steigern. Fehlernährung und mangelnde Bewegung können hingegen das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen begünstigen. Neben dem gesundheitsfördernden Verhalten spielen auch gesundheitsschädigende Verhaltensweisen, z. B. in Form eines erhöhten Tabak- und Alkoholkonsums, eine wichtige Rolle. Ein solches Risikoverhalten ist mit einer Vielzahl von Erkrankungen und Gesundheitsstörungen assoziiert, die zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität und des individuellen Leistungsvermögens führen. Häufig werden zudem verhaltensassoziierte Risikofaktoren mit krankheitswert, wie Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck, gemeinsam mit dem assoziierten Risikoverhalten betrachtet. Die Messung des Gesundheitsverhaltens lässt also Antworten auf u. a. folgende Fragen zu:

  • Sind wir zu dick oder zu dünn?
  • Ernähren wir uns heute gesünder als vor zehn Jahren?
  • Bewegen wir uns genug?
  • Wie steht es mit dem Rauchen in Deutschland?
  • Wie viele Deutsche trinken regelmäßig (zu viel) Alkohol?


Adipositas

nach Geschlecht und Alter 2012

Nach Daten der GEDA-Studie 2012 sind in Deutschland etwa 17 % der Bevölkerung adipös (RKI 2014). Damit ist der Anteil der Adipösen in GEDA 2012 etwas höher im Vergleich zu den vorherigen GEDA-Wellen, wenn auch die Unterschiede statistisch nicht signifikant sind (RKI 2011, 2012). Mit Blick auf das Geschlecht können keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt werden. Bezüglich des Alters zeigt sich, dass Adipositas bei beiden Geschlechtern in den höheren Altersgruppen deutlich häufiger zu beobachten ist als in den jüngeren Altersgruppen (RKI 2014, Mensink et al. 2013).



Datentabelle:
Adipositas (nach WHO-Definition) nach Geschlecht und Alter 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012

Nach den Selbstangaben der Befragten aus GEDA 2012 sind 16,7 % der Männer und 16,2 % der Frauen adipös (RKI 2014). In Bezug auf die Erwerbstätigkeit zeigen die vorliegenden Daten, dass diese einen protektiven Charakter für das Adipositasrisiko hat. Der Vergleich von Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen macht deutlich, dass im jungen Erwachsenenalter (18 bis 34 Jahre) kaum Unterschiede zwischen beiden Gruppen zu verzeichnen sind. Im mittleren Erwachsenenalter (35 bis 64 Jahre) ist der Anteil von Adipositas unter den Erwerbstätigen im Vergleich zu den Nicht-Erwerbstätigen dagegen niedriger. Bei der Interpretation dieser Befunde sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es sich bei Nicht-Erwerbstätigen um eine sehr heterogene Gruppe handelt: So sind in dieser Gruppe nicht nur Arbeitslose, sondern auch Studenten, voll erwerbsgeminderte Personen oder Hausfrauen und -männer erfasst.

Datentabelle:
Adipositas (nach WHO-Definition) nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Obst- und Gemüsekonsum

nach Geschlecht und Alter 2012

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich mindestens 400g Gemüse (3 Portionen) und 250g Obst (2 Portionen) zu konsumieren. Laut den Ergebnissen der GEDA-Studie verzehren im Jahr 2012 gut drei Viertel (77 %) der Befragten weniger als drei Portionen Obst und Gemüse am Tag. Dabei zeigt sich ein Geschlechterunterschied: Männer konsumieren seltener als Frauen drei Portionen Obst und Gemüse am Tag. Auch zwischen den verschiedenen Altersgruppen deuten sich Differenzen im Obst- und Gemüseverzehr an: So sinkt der Anteil der Männer und Frauen, die weniger als drei Portionen Obst- und Gemüse am Tag konsumieren, mit zunehmendem Alter (Mensink et al. 2013, RKI 2014a, 2014b).

Datentabelle:
Obst- und Gemüsekonsum (weniger als 3 Portionen am Tag) nach Geschlecht und Alter 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich mindestens 400gGemüse (3 Portionen) und 250g Obst (2 Portionen) zu konsumieren. Laut den Ergebnissen der GEDA-Studie verzehren im Jahr 2012 gut drei Viertel (77 %) der Befragten weniger als drei Portionen Obst und Gemüse am Tag. Werden die Daten zum Obst- und Gemüsekonsum differenziert nach der Erwerbsbeteiligung betrachtet, zeigen sich sowohl bei den erwerbstätigen Männern als auch den erwerbstätigen Frauen keine Unterschiede zu den Nicht-Erwerbstätigen männlichen und weiblichen Befragten. Auch mit Blick auf das Alter zeigen sich im jungen (18-34 Jahre) und mittleren (35-64 Jahre) Erwachsenenalter keine Unterschiede bei erwerbstätigen Männern und Frauen im Vergleich zu den nicht erwerbstätigen Befragten (Mensink et al. 2013, RKI 2014a, 2014b). Bei der Interpretation dieser Befunde sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es sich bei Nicht-Erwerbstätigen um eine sehr heterogene Gruppe handelt: So sind in dieser Gruppe nicht nur Arbeitslose, sondern auch Studenten, voll erwerbsgeminderte Personen oder Hausfrauen und -männer erfasst.

Datentabelle:
Obst- und Gemüsekonsum (weniger als 3 Portionen am Tag) nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Sportliche Aktivität in den letzten 3 Monaten

nach Geschlecht und Alter 2012

Mit Blick auf die Ergebnisse der GEDA-Studien zur sportlichen Aktivität zeigt sich für das Jahr 2012, dass über die Hälfte (57 %) der Befragten angibt, weniger als zwei Stunden pro Woche Sport zu treiben. Dabei sind mit Ausnahme der 35- bis 64-Jährigen Geschlechterunterschiede zu verzeichnen: So ist der Anteil der sportlich Inaktiven bei Frauen im jungen (18-34 Jahre) als auch im höheren (über 65 Jahre) Erwachsenenalter tendenziell höher im Vergleich zu den gleichaltrigen Männern. Für beide Geschlechter sinkt der Anteil derjenigen, die zwei oder mehr Stunden pro Woche Sport treiben, mit zunehmendem Lebensalter an (Krug et al. 2013, RKI 2014).


Datentabelle:
Sportliche Aktivität in den letzten 3 Monaten (weniger als 2 Std./Woche) nach Geschlecht und Alter 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Rauchquote

nach Geschlecht und Alter 2012

Säulendiagramm, das die Rauchquote nach Geschlecht und Alter im Jahr 2012 zeigt. Wird im Text erläutert. Rauchquote nach Geschlecht und Alter 2012 Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)

Im Jahr 2012 geben laut den Ergebnissen der GEDA-Studie knapp 30 % der Befragten an, aktuell zu rauchen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen: So raucht knapp ein Drittel (31 %) der männlichen Teilnehmer, während es bei den Frauen knapp ein Viertel (24 %) ist. Weiterhin sind Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen erkennbar: Der Anteil der aktuell Rauchenden ist bei beiden Geschlechtern im jungen Erwachsenenalter (18-34 Jahre) tendenziell höher und im Alter zwischen 35 und 64 Jahren liegt die Rauchquote etwas niedriger. Erst im höheren Lebensalter ab 65 Jahren ist das Rauchen eher weniger verbreitet. Im Hinblick auf zeitliche Trends ist ein Rückgang der Rauchprävalenz bei den 18- bis 64-Jährigen vom Jahr 2009 zu 2012 zu verzeichnen (Lampert 2011, RKI 2011, 2012, 2014).

Datentabelle:
Rauchquote nach Geschlecht und Alter 2012 (xls, 35KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Risikokonsum (Alkohol)

nach Geschlecht und Alter 2012

Säulendiagramm, das das Ausmaß vom Risikokonsum Alkohol nach Geschlecht und Alter im Jahr 2012 zeigt. Wird im Text erläutert. Risikokonsum (Alkohol) nach Geschlecht und Alter 2012 Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)

Die Ergebnisse der GEDA-Studie zeigen, dass im Jahr 2012 entsprechend der Selbstangaben der Befragten nach Definition des AUDIT-C etwa ein Drittel der Männer (32 %) und gut ein Fünftel der Frauen (21 %) einen riskanten Alkoholkonsum aufweisen. Männer trinken im Vergleich zu Frauen tendenziell häufiger riskante Mengen Alkohol. Bei Männern und Frauen ist der Anteil der Risikokonsumenten und Risikokonsumentinnen im jungen Erwachsenenalter (18 bis 34 Jahre) am höchsten. Mit 32 % liegt der Anteil bei den Männern dieser Altersgruppe allerdings etwas über dem der gleichaltrigen Frauen mit 26 %. Im mittleren (35 bis 64 Jahre) und höheren (über 65 Jahre) Erwachsenenalter sinkt der Anteil der Männer und Frauen mit riskantem Alkoholkonsum kontinuierlich ab (RKI 2014, Hapke et al. 2013).

Datentabelle:
Risikokonsum (Alkohol) nach Geschlecht und Alter 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012


Die Ergebnisse der GEDA-Studie zeigen, dass im Jahr 2012 entsprechend der Selbstangaben der Befragten nach Definition des AUDIT-C etwa ein Drittel der Männer (32 %) und gut ein Fünftel der Frauen (21 %) einen riskanten Alkoholkonsum aufweisen (RKI 2014, Hapke et al. 2013).

Säulendiagramm, das das Ausmaß vom Risikokonsum Alkohol nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung im Jahr 2012 zeigt. Wird im Text erläutert. Risikokonsum (Alkohol) nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012 Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)

Wird der riskante Alkoholkonsums zusätzlich unter Berücksichtigung der Erwerbsbeteiligung betrachtet, zeigen die Ergebnisse für das Erhebungsjahr 2012, dass Erwerbstätige im Vergleich zu Nicht-Erwerbstätigen – mit Ausnahme der 18- bis 34-jährigen Männer – tendenziell häufiger einen riskanten Alkoholkonsum aufweisen. Besonders ausgeprägte Differenzen zeigen sich zwischen erwerbstätigen und nicht erwerbstätigen Männern in der Altersgruppe der 35- bis 64-Jährigen: So weisen etwa 31 % der erwerbstätigen Männer einen riskanten Alkoholkonsum auf, während es bei den männlichen Nicht-Erwerbstätigen etwa 21 % sind. Bei der Interpretation dieser Befunde sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es sich bei Nicht-Erwerbstätigen um eine sehr heterogene Gruppe handelt: So sind in dieser Gruppe nicht nur Arbeitslose, sondern auch Studenten, voll erwerbsgeminderte Personen oder Hausfrauen und -männer erfasst.

Datentabelle:
Risikokonsum (Alkohol) nach Geschlecht, Alter und Erwerbsbeteiligung 2012 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Präsentismus

Beschäftigte nach Geschlecht und Alter 2012

Präsentismus heißt, dass Beschäftigte trotz einer akuten Erkrankung am Arbeitsplatz erscheinen. Dies wird durch Selbstangaben bezugnehmend auf die letzten zwölf Monate erfragt. Die Mehrheit der Frauen und Männer ist mit einer Erkrankung nicht zur Arbeit gegangen, sondern hat sich krank gemeldet. Der Anteil der männlichen Beschäftigten ist hier altersübergreifend höher. Am häufigsten kurierten Männer (52 %) und Frauen (42 %) höheren Alters (50-64 Jahre) eine Krankheit Zuhause aus. Der Anteil wird mit sinkendem Alter geringer. Bei den 15- bis 34-jährigen Männern sind es nur noch 44 % und bei den Frauen nur noch 35 %, die nie krank zur Arbeit gingen.

Frauen berichten häufiger als Männer, im letzten Jahr mindestens dreimal krank zur Arbeit gegangen zu sein. Die Häufigkeit von ausgeprägtem Präsentismus steigt bei Frauen mit zunehmendem Alter sogar an. Etwas mehr als ein Drittel der 50- bis 64-jährigen Frauen ist trotz Krankheit häufig noch arbeiten gegangen. Bei den jüngeren weiblichen Beschäftigten (15-34 Jahre) waren es nur 30 %. Hingegen ist der Anteil der Männer, die dreimal und öfter krank am Arbeitsplatz erschienen sind, in der mittleren Altersgruppe (35-49 Jahre) am größten (24 %). Bei den älteren Männern war dies am wenigsten der Fall (22 %).

Datentabelle:
Präsentismus: Beschäftigte nach Geschlecht und Alter 2012 (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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