GSB 7.0 Standardlösung

Personalrekrutierung

Nachgestellte Szene eines Bewerbungsgesprächs mit Rückenansicht des männlichen Bewerbers im Bildvordergrund (Quelle: skyneshe/iStock) Quelle: skyneshe/iStock

Der demografische Wandel hat in Deutschland erneut eine Diskussion um die Fachkräftesicherung aufkommen lassen. Während in den 1950er Jahren das Wirtschaftswunder mehr Arbeitskräfte erforderte, generiert sich der heutige Bedarf aus der abnehmenden Erwerbspersonenzahl und der hohen Nachfrage nach Fachkräften und Hochschulabsolventen.

Dabei sind es nicht zuletzt die erwarteten negativen Folgen eines Fachkräfterückgangs, die Anlass zum Handeln geben. Denn nur mit ausreichend qualifizierten Arbeitskräften können weiterhin Wirtschaftswachstum, Wohlstand und soziale Absicherung gewährleistet werden.

Stellenbesetzungsprobleme werden zunehmen
Bestimmte Branchen und Regionen spüren bereits ernst zu nehmende Engpässe. Das betrifft die Gesundheits- und Pflegebranche sowie ausgewählte MINT-Berufe. Da sich u. a. im Vergleich zu früher heute viel mehr Schulabsolventen für ein Studium entscheiden, ist in Zukunft bei den nicht-akademischen Ausbildungsberufen am ehesten eine Knappheit zu erwarten. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt jeder vierte Betrieb an, Probleme bei der Stellenbesetzung zu haben. Auch rechnen Betriebe aller Größen in den kommenden Jahren mit Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Das kleiner werdende Arbeitskräfteangebot verschärft den Wettbewerb zusätzlich.

Gezielte Anwerbung von ausländischen Fachkräften kann dazu beitragen, den Arbeitskräfterückgang zu kompensieren. Daneben muss auch das inländische Erwerbspersonenpotenzial effektiv genutzt werden. So stellen Arbeitslose insgesamt ein großes Potenzial ungenutzter Arbeitskräfte dar. Eine höhere Erwerbstätigkeit von Frauen trägt dazu bei, künftige Engpässe zu reduzieren.

Unbesetzte Ausbildungsstellen

nach Betriebsgröße 2011 - 2013

Seit Jahren weist die Bundesagentur für Arbeit zu Beginn eines jeden neuen Ausbildungsjahres in ihren Geschäftsstatistiken hohe und zunehmende Bestände an unbesetzten Ausbildungsstellen aus. Auch in den von verschiedenen Wirtschaftsverbänden und Forschungseinrichtungen durchgeführten Befragungen berichten die Betriebe von zunehmenden Problemen auf dem Ausbildungsstellenmarkt und bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsstellenbewerberinnen und -bewerbern. Als Gründe werden insbesondere der demografische Wandel mit sinkenden Schulabsolventenzahlen und das dadurch entstandene Ungleichgewicht zwischen der Angebots- und Nachfrageseite genannt. Angesichts des derzeit hohen Fachkräftebedarfs, einem Höchststand bei den als offen gemeldeten Arbeitsstellen, niedriger Arbeitslosenquoten sowie günstiger Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsprognosen ist der steigende Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen eine kaum nachvollziehbare Entwicklung. Insofern ist von nachfragebedingten Passungsproblemen zwischen dem Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen und der Nachfrage von Jugendlichen nach einer Ausbildung im dualen System der Berufsbildung auszugehen.

Wie schon in früheren Auswertungen des BIBB-Qualifizierungspanels berichtet (vgl. Troltsch et al. 2014, Mohr/Troltsch/Gerhards 2014, Troltsch/Gerhards/Mohr 2012) nimmt der Anteil an unbesetzten Ausbildungsstellen am betrieblichen Gesamtangebot in Ausbildungsbetrieben stetig zu. Im Durchschnitt blieb im Ausbildungsjahr 2013/2014 mit 27,2 % gut jede vierte angebotene Ausbildungsstelle vakant. Zwei Jahre zuvor war es mit 19,6 % nur jede fünfte Ausbildungsstelle.

Insbesondere kleinere Ausbildungsbetriebe mit bis zu 19 Beschäftigten berichten seit Jahren von zunehmenden Besetzungsproblemen und weisen für 2014 einen durchschnittlichen Anteil von 33,1 % auf, vorläufiger Endpunkt eines negativen Trends in dieser Betriebsgrößenklasse. Etwas besser sieht es bei mittelständischen Betrieben mit bis zu 199 Beschäftigten aus. Diese Betriebe weisen niedrigere Besetzungsprobleme auf, die im Untersuchungszeitraum 2010 - 2013 aber dennoch auf einen Vakanzanteil von 20,4 % bzw. 15,1 % leicht gestiegen sind. Einzig und allein ausbildende Großbetriebe konnten eine Stabilisierung ihrer Anteile an unbesetzten Ausbildungsstellen auf deutlich unterdurchschnittlichem Niveau erreichen. Mittelständische Betriebe und Großbetriebe sind offensichtlich die Gewinner im Kampf um die demografisch bedingt immer weniger werdenden Bewerberinnen und Bewerber.

Datentabelle:
Unbesetzte Ausbildungsstellen in Ausbildungsbetrieben nach Betriebsgröße (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Wirtschaftszweigen 2012 - 2013

Seit Jahren weist die Bundesagentur für Arbeit zu Beginn eines jeden neuen Ausbildungsjahres in ihren Geschäftsstatistiken hohe und zunehmende Bestände an unbesetzten Ausbildungsstellen aus. Auch in den von verschiedenen Wirtschaftsverbänden und Forschungseinrichtungen durchgeführten Befragungen berichten die Betriebe von zunehmenden Problemen auf dem Ausbildungsstellenmarkt und bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsstellenbewerberinnen und -bewerbern. Als Gründe werden insbesondere der demografische Wandel mit sinkenden Schulabsolventenzahlen und das dadurch entstandene Ungleichgewicht zwischen der Angebots- und Nachfrageseite genannt. Angesichts des derzeit hohen Fachkräftebedarfs, einem Höchststand bei den als offen gemeldeten Arbeitsstellen, niedriger Arbeitslosenquoten sowie günstiger Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsprognosen ist der steigende Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen eine kaum nachvollziehbare Entwicklung. Insofern ist von nachfragebedingten Passungsproblemen zwischen dem Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen und der Nachfrage von Jugendlichen nach einer Ausbildung im dualen System der Berufsbildung auszugehen.

Nach Wirtschaftsbereichen unterschieden ergeben sich für ausbildende Betriebe sehr verschiedene Ausgangsvoraussetzungen bei der Suche nach geeigneten Bewerberinnen und -bewerbern für die angebotenen Ausbildungsstellen. Besonders betroffen von der vergeblichen Bewerbersuche im Jahr 2013 waren der Bereich Landwirtschaft und Bergbau sowie das Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe. Aber auch die Bauwirtschaft und der Einzelhandel berichteten über große Schwierigkeiten bei der Lehrlingssuche. In diesen Bereichen liegen die Anteile unbesetzter Ausbildungsstellen durchschnittlich zwischen 30 % und 47 %. In den meisten dieser genannten Bereiche kam es auch im Vorjahresvergleich zu weiteren Verschlechterungen bei der Besetzung der Ausbildungsstellen. Die von Problemen bei der Besetzung von Ausbildungsstellen am wenigsten betroffenen Betriebe gehören zu den Bereichen Forschung und Entwicklung, unternehmensnahe Dienstleistungen, Energie- und Wasserversorgungsgewerbe, Chemie und Pharmazie sowie zum Kraftfahrzeuggewerbe. In den restlichen Wirtschaftsbereichen (z. B. das Metall- und Elektrogewerbe, das Informations- und Kommunikationsgewerbe sowie der Maschinen- und Automobilbau) liegen die Anteile an Vakanzen bei den Ausbildungsstellen zwischen 20 % und 30 %.

Datentabelle:
Unbesetzte Ausbildungsstellen in Ausbildungsbetrieben nach Wirtschaftszweigen (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)

in West- und Ostdeutschland 2011 - 2013

Seit Jahren weist die Bundesagentur für Arbeit zu Beginn eines jeden neuen Ausbildungsjahres in ihren Geschäftsstatistiken hohe und zunehmende Bestände an unbesetzten Ausbildungsstellen aus. Auch in den von verschiedenen Wirtschaftsverbänden und Forschungseinrichtungen durchgeführten Befragungen berichten die Betriebe von zunehmenden Problemen auf dem Ausbildungsstellenmarkt und bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsstellenbewerberinnen und -bewerbern. Als Gründe werden insbesondere der demografische Wandel mit sinkenden Schulabsolventenzahlen und das dadurch entstandene Ungleichgewicht zwischen der Angebots- und Nachfrageseite genannt. Angesichts des derzeit hohen Fachkräftebedarfs, einem Höchststand bei den als offen gemeldeten Arbeitsstellen, niedriger Arbeitslosenquoten sowie günstiger Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsprognosen ist der steigende Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen eine kaum nachvollziehbare Entwicklung. Insofern ist von nachfragebedingten Passungsproblemen zwischen dem Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen und der Nachfrage von Jugendlichen nach einer Ausbildung im dualen System der Berufsbildung auszugehen.

In den alten und neuen Bundesländern zeigen sich unterschiedliche Ausgangssituationen. Wie früher berichtet haben sich schon vor einigen Jahren in den ostdeutschen Bundesländern größere Probleme bei der Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern ergeben. Im Vergleich zum Westen lagen die Vakanzanteile im Jahr 2012 in ostdeutschen Ausbildungsbetrieben noch bei 28,5 %, aber schon damals 10,2 Prozentpunkte höher als im Westen, wo der durchschnittliche Anteil an unbesetzten Ausbildungsstellen bei 18,3 % lag.

Die unterschiedliche Ausgangssituation scheint sich auch nicht grundlegend zu ändern, obwohl es bis zum Jahr 2014 zu einem gestiegenen Anteil an Vakanzen bei westdeutschen Ausbildungsbetrieben auf 24,7 % gekommen ist. In Ostdeutschland wird im Vergleich dazu ein Anteil von 41,1 % erreicht. Damit beträgt der Unterschied zwischen Ost und West im Berichtsjahr schon 16,4 Prozentpunkte. Es ist davon auszugehen, dass die zunehmenden Anteile bei den unbesetzten Ausbildungsstellen bei ostdeutschen Ausbildungsbetrieben letztendlich Konsequenzen einer über schon längere Zeit vergeblichen Suche nach Auszubildenden ist.

Datentabelle:
Unbesetzte Ausbildungsstellen in Ausbildungsbetrieben in West- und Ostdeutschland (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Unbesetzte Arbeitsstellen

nach Betriebsgröße 2011 - 2013

Ein wichtiger Indikator für den Fachkräftebedarf von Unternehmen stellt die Anzahl unbesetzter Arbeitsstellen dar. Eine Vielzahl empirischer Studien weist seit Jahren auf zunehmende Probleme hin, die Betriebe bei der Rekrutierung von neuen Beschäftigten haben. Die Schaffung vieler neuer Arbeitsstellen – vor allem im Dienstleistungsbereich – in Folge der günstigen ökonomischen Entwicklung in den letzten Jahren hat die Rekrutierungsproblematik nochmals verschärft und führt mittlerweile zu einem hohen Bestand an offenen Arbeitsstellen. Bei diesen Personalbeschaffungsproblemen auf dem Arbeitsmarkt wird vor allem auf den generellen Mangel an qualifizierten Fachkräften, die sinkende betriebliche Ausbildungsbeteiligung und die kontinuierlich zurückgehende Zahl an möglichen Nachwuchskräften sowie auf die zunehmenden Austritte geburtenstarker Arbeits- und Fachkräfte hingewiesen. Allerdings wird in verschiedenen Studien auch immer wieder darauf verwiesen, dass Betriebe durchaus erfolgreicher bei der Personalrekrutierung agieren können, wenn sie potenziellen Fachkräften zusätzliche Anreize wie z. B. berufliche Weiterbildungsangebote und Aufstiegsfortbildungen anbieten.

Im Untersuchungszeitraum zwischen 2011 und 2013 ist der Anteil an unbesetzten Arbeitsstellen deutlich zurückgegangen. Während im Durchschnitt die befragten Betriebe 2011 mit 16,5 % noch etwa jedes sechste Arbeitsangebot nicht besetzen konnten, ist der Anteil bis 2013 auf 11,3 % gesunken. Nach Betriebsgrößenklassen unterschieden fallen Rekrutierungsprobleme auf dem Arbeitsmarkt allerdings sehr unterschiedlich aus. Während bei Großbetrieben mit 200 und mehr Beschäftigten der Anteil von 7,7 % auf nur noch 5,7 % im Jahr 2013 gefallen ist, lag er bei Kleinstbetrieben mit bis zu 19 Beschäftigten 2011 bei 22,1 %, 2013 bei 16,5 %. Das ist zwar ein vergleichbarer prozentualer Rückgang im Vakanzanteil, bleibt in dieser Zeitspanne bei den Kleinstbetrieben aber dreifach so hoch wie bei den Großbetrieben. Insgesamt ist zu erkennen, dass mit steigender Betriebsgröße Probleme bei der Personalbeschaffung abzunehmen scheinen. Über alle Betriebsgrößenklassen hinweg zeigt sich aber eine positive Tendenz und ausgeschriebene Arbeitsstellen bleiben immer weniger unbesetzt.

Datentabelle:
Unbesetzte Arbeitsstellen in den Betrieben nach Betriebsgröße (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Wirtschaftszweigen 2011 - 2013

Ein wichtiger Indikator für den Fachkräftebedarf von Unternehmen stellt die Anzahl unbesetzter Arbeitsstellen dar. Eine Vielzahl empirischer Studien weist seit Jahren auf zunehmende Probleme hin, die Betriebe bei der Rekrutierung von neuen Beschäftigten haben. Die Schaffung vieler neuer Arbeitsstellen – vor allem im Dienstleistungsbereich – in Folge der günstigen ökonomischen Entwicklung in den letzten Jahren hat die Rekrutierungsproblematik nochmals verschärft und führt mittlerweile zu einem hohen Bestand an offenen Arbeitsstellen. Bei diesen Personalbeschaffungsproblemen auf dem Arbeitsmarkt wird vor allem auf den generellen Mangel an qualifizierten Fachkräften, die sinkende betriebliche Ausbildungsbeteiligung und die kontinuierlich zurückgehende Zahl an möglichen Nachwuchskräften sowie auf die zunehmenden Austritte geburtenstarker Arbeits- und Fachkräfte hingewiesen. Allerdings wird in verschiedenen Studien auch immer wieder darauf verwiesen, dass Betriebe durchaus erfolgreicher bei der Personalrekrutierung agieren können, wenn sie potenziellen Fachkräften zusätzliche Anreize wie z. B. berufliche Weiterbildungsangebote und Aufstiegsfortbildungen anbieten.

Vor allem Betriebe aus der Bauwirtschaft und aus dem Bereich "Land-/Fortwirtschaft, Bergbau, Energie" weisen im Jahr 2013 überdurchschnittlich hohe Anteile in den Vakanzen an Arbeitsstellen auf. In der Bauwirtschaft melden die befragten Betriebe mit 28,7 %, dass sie fast jede dritte ausgeschriebene Arbeitsstelle nicht mit geeigneten Fachkräften besetzen konnten. Der Bereich Land- und Forstwirtschaft kommt mit 17,3 % auf eine ebenfalls hohe Vakanzquote. Zu dieser Gruppe mit überdurchschnittlichen Rekrutierungsproblemen sind auch Betriebe zu zählen, die unternehmensnahe Dienstleistungen anbieten. Hier beträgt der Anteil 15,5 %. In den anderen Wirtschaftsbereichen – und hier vor allem im Bereich der Öffentlichen Verwaltung, Erziehung, Unterricht sowie im Bereich medizinischer Dienstleistungen – fallen Probleme bei der Personalrekrutierung deutlich unterdurchschnittlich aus. Der Anteil an unbesetzten Arbeitsstellen beträgt hier 3,6 % bzw. 6,5 %. Im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich Handel und Reparaturgewerbe sowie bei den personenbezogenen Dienstleistungen bleibt etwa jede zehnte Arbeitsstelle unbesetzt.

Datentabellen:
Unbesetzte Arbeitsstellen in den Betrieben nach Wirtschaftszweigen 2013 (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Unbesetzte Arbeitsstellen in den Betrieben nach Wirtschaftszweigen 2011 - 2012 (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Tätigkeitsniveau 2010 - 2013

Ein wichtiger Indikator für den Fachkräftebedarf von Unternehmen stellt die Anzahl unbesetzter Arbeitsstellen dar. Eine Vielzahl empirischer Studien weist seit Jahren auf zunehmende Probleme hin, die Betriebe bei der Rekrutierung von neuen Beschäftigten haben. Die Schaffung vieler neuer Arbeitsstellen – vor allem im Dienstleistungsbereich – in Folge der günstigen ökonomischen Entwicklung in den letzten Jahren hat die Rekrutierungsproblematik nochmals verschärft und führt mittlerweile zu einem hohen Bestand an offenen Arbeitsstellen. Bei diesen Personalbeschaffungsproblemen auf dem Arbeitsmarkt wird vor allem auf den generellen Mangel an qualifizierten Fachkräften, die sinkende betriebliche Ausbildungsbeteiligung und die kontinuierlich zurückgehende Zahl an möglichen Nachwuchskräften sowie auf die zunehmenden Austritte geburtenstarker Arbeits- und Fachkräfte hingewiesen. Allerdings wird in verschiedenen Studien auch immer wieder darauf verwiesen, dass Betriebe durchaus erfolgreicher bei der Personalrekrutierung agieren können, wenn sie potenziellen Fachkräften zusätzliche Anreize wie z. B. berufliche Weiterbildungsangebote und Aufstiegsfortbildungen anbieten.

Im BIBB-Qualifizierungspanel werden Betriebe auch gefragt, ob sie Stellenangebote für Tätigkeiten unterschiedlichen Anforderungsniveaus gemacht haben und in welchem Maße sie hierfür keine Arbeits- und Fachkräfte finden konnten. Im Untersuchungszeitraum zwischen 2010 und 2013 wurden die höchsten Anteile an unbesetzten Arbeitsstellen – gemessen am Gesamtangebot an neu ausgeschriebenen Arbeitsstellen für das jeweilige Tätigkeitsniveau – bei Tätigkeiten für das mittlere Qualifikationssegment ausgewiesen. Dabei handelt es sich um Arbeitsstellen für qualifizierte Beschäftigte. In den Jahren 2010 und 2012 beträgt der Anteil jeweils 18 %, im Jahr 2013 immer noch 15 %. Auch der Anteil an Arbeitsstellen für Fachkräfte, die für hochqualifizierte Tätigkeiten eingestellt werden sollten, beträgt in den Jahren 2012 und 2013 knapp 14 %. Die niedrigsten Anteile an unbesetzten Arbeitsstellen weisen für einfache Tätigkeiten ausgeschriebene Stellenangebote auf. Hier scheint es auf dem Arbeitsmarkt ausreichend Bewerber zu geben, denn 2013 ist nur etwa jedes fünfundzwanzigste Stellenangebot unbesetzt geblieben.

Datentabelle:
Unbesetzte Arbeitsstellen in den Betrieben nach Tätigkeitsniveau (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)

in West- und Ostdeutschland 2011 - 2013

Ein wichtiger Indikator für den Fachkräftebedarf von Unternehmen stellt die Anzahl unbesetzter Arbeitsstellen dar. Eine Vielzahl empirischer Studien weist seit Jahren auf zunehmende Probleme hin, die Betriebe bei der Rekrutierung von neuen Beschäftigten haben. Die Schaffung vieler neuer Arbeitsstellen – vor allem im Dienstleistungsbereich – in Folge der günstigen ökonomischen Entwicklung in den letzten Jahren hat die Rekrutierungsproblematik nochmals verschärft und führt mittlerweile zu einem hohen Bestand an offenen Arbeitsstellen. Bei diesen Personalbeschaffungsproblemen auf dem Arbeitsmarkt wird vor allem auf den generellen Mangel an qualifizierten Fachkräften, die sinkende betriebliche Ausbildungsbeteiligung und die kontinuierlich zurückgehende Zahl an möglichen Nachwuchskräften sowie auf die zunehmenden Austritte geburtenstarker Arbeits- und Fachkräfte hingewiesen. Allerdings wird in verschiedenen Studien auch immer wieder darauf verwiesen, dass Betriebe durchaus erfolgreicher bei der Personalrekrutierung agieren können, wenn sie potenziellen Fachkräften zusätzliche Anreize wie z. B. berufliche Weiterbildungsangebote und Aufstiegsfortbildungen anbieten.

Auffallend ist, dass der im Untersuchungszeitraum zwischen 2011 und 2013 gemessene Anteil an unbesetzten Arbeitsstellen bei ostdeutschen Betrieben in der ersten Phase konstant niedriger als in Westdeutschland liegt und erst im Jahr 2013 westdeutsche Betriebe weniger unbesetzte Arbeitsstellen verzeichnen. Der Anteil unbesetzter Arbeitsstellen am betrieblichen Gesamtstellenangebot lag demnach im Jahr 2011 bei westdeutschen Betrieben mit 17,0 % leicht über dem Durchschnitt von 16,5 %, hat sich seitdem deutlich verbessert und liegt 2013 bei nur noch 10,6 %. Ostdeutsche Betriebe weisen im Gegensatz dazu einen relativ konstanten Vakanzanteil auf. Etwa jede siebtes Arbeitsangebot kann nicht besetzt werden.

Datentabelle:
Unbesetzte Arbeitsstellen in den Betrieben in West- und Ostdeutschland (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Übernahme von Auszubildenden

nach Betriebsgröße 2010 - 2013

Für die Attraktivität der dualen Erstausbildung in Betrieben und Berufsschulen als wichtiger Weg zur Rekrutierung von Nachwuchskräften ist von Bedeutung, ob nach Beendigung der Ausbildung der Übergang der Ausbildungsabsolventinnen und Ausbildungsabsolventen in reguläre Beschäftigungsverhältnisse gelingt. In der jüngeren Vergangenheit hat sich im Vergleich zur ersten Dekade des neuen Jahrhunderts die Situation diesbezüglich merklich verbessert. Auswertungen verschiedener Betriebsbefragungen belegen, dass die Übernahmequote von Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen durch den Ausbildungsbetrieb in Deutschland stetig angestiegen ist (vgl. Mohr 2015, Dummert/Mohr 2015). Im Jahr 2013 wurden zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen im Anschluss an ihre Ausbildung weiterbeschäftigt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb so gut wie nie zuvor.

Im Zeitreihendurchschnitt (2010 bis 2013) werden mit 64 % knapp zwei von drei Auszubildenden, die zur Abschlussprüfung angetreten sind, von ihren Ausbildungsbetrieben als Beschäftigte übernommen. Etwa jeder dritte Auszubildende verlässt nach erfolgreicher Prüfung seinen Ausbildungsbetrieb entweder auf eigenen Wunsch oder bekommt vom Ausbildungsbetrieb kein Übernahmeangebot. Etwa jeder 25. Auszubildende besteht seine Abschlussprüfung nicht.

Nach Betriebsgrößenklassen unterschieden werden von Großbetrieben im Durchschnitt etwa drei von vier Prüflingen als Beschäftigte übernommen, bei den Kleinstbetrieben sind dies lediglich 58 %. Hier verlassen mit oder ohne Übernahmeangebot mit durchschnittlich knapp 38 % überdurchschnittlich viele Auszubildende ihren Ausbildungsbetrieb. Bei den Großbetrieben liegt der Anteil bei 21 %. Die kleineren und größeren mittelständischen Betriebe mit Beschäftigtenzahlen zwischen 20 und 199 liegen – abgesehen von den üblichen Jahresschwankungen – in ihren Übernahmequoten zwischen Groß- und Kleinbetrieben.

Datentabelle:
Übernahmequote von Auszubildenden an allen Auszubildenden nach Betriebsgröße (xls, 42KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Wirtschaftszweigen 2010 - 2013

Für die Attraktivität der dualen Erstausbildung in Betrieben und Berufsschulen als wichtiger Weg zur Rekrutierung von Nachwuchskräften ist von Bedeutung, ob nach Beendigung der Ausbildung der Übergang der Ausbildungsabsolventinnen und Ausbildungsabsolventen in reguläre Beschäftigungsverhältnisse gelingt. In der jüngeren Vergangenheit hat sich im Vergleich zur ersten Dekade des neuen Jahrhunderts die Situation diesbezüglich merklich verbessert. Auswertungen verschiedener Betriebsbefragungen belegen, dass die Übernahmequote von Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen durch den Ausbildungsbetrieb in Deutschland stetig angestiegen ist (vgl. Mohr 2015, Dummert/Mohr 2015). Im Jahr 2013 wurden zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen im Anschluss an ihre Ausbildung weiterbeschäftigt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb so gut wie nie zuvor.

Im Untersuchungsjahr 2013 werden nach Angaben der befragten Betriebe durchschnittlich zwei von drei Ausbildungsabsolventen, die zur Abschlussprüfung angetreten sind, nach erfolgreicher Abschlussprüfung übernommen. Mit 30,5 % fällt angesichts des drohenden Fachkräftemangels der Anteil der Nichtübernahmen verhältnismäßig hoch aus. Etwa jeder dreißigste Jugendliche kann seine Abschlussprüfung nicht erfolgreich ablegen.

Wie in früheren Jahren liegen die Übernahmequoten von Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen in eine Beschäftigung im Ausbildungsbetrieb in Wirtschaftsbereichen wie den medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen mit 72,0 %, im verarbeitenden Gewerbe mit 78,5 % und im Handel- und Reparaturgewerbe mit 68,7 % insgesamt am höchsten. Besonders niedrig liegen die Übernahmequoten im Öffentlichen Dienst, in der Bauwirtschaft und bei den personenbezogenen Dienstleistungen wie Friseur etc. Die Anteile schwanken zwischen 56 % und knapp 60 %. Dementsprechend verlassen in diesen Wirtschaftsbereichen überdurchschnittlich viele Ausbildungsabsolventen ihren Ausbildungsbetrieb entweder auf eigenen Wunsch oder aufgrund eines fehlenden Übernahmeangebots. Mit 39,0 % besonders hoch ist das im Öffentlichen Dienst der Fall, wobei sich im Zeitvergleich durchaus Verbesserungen ergeben haben.



Datentabellen:
Übernahmequote von Auszubildenden an allen Auszubildenden nach Wirtschaftszweigen 2013 (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Übernahmequote von Auszubildenden an allen Auszubildenden nach Wirtschaftszweigen 2010 - 2012 (xls, 46KB, Datei ist nicht barrierefrei)

in West- und Ostdeutschland 2010 - 2013

Für die Attraktivität der dualen Erstausbildung in Betrieben und Berufsschulen als wichtiger Weg zur Rekrutierung von Nachwuchskräften ist von Bedeutung, ob nach Beendigung der Ausbildung der Übergang der Ausbildungsabsolventinnen und Ausbildungsabsolventen in reguläre Beschäftigungsverhältnisse gelingt. In der jüngeren Vergangenheit hat sich im Vergleich zur ersten Dekade des neuen Jahrhunderts die Situation diesbezüglich merklich verbessert. Auswertungen verschiedener Betriebsbefragungen belegen, dass die Übernahmequote von Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen durch den Ausbildungsbetrieb in Deutschland stetig angestiegen ist (vgl. Mohr 2015, Dummert/Mohr 2015). Im Jahr 2013 wurden zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen im Anschluss an ihre Ausbildung weiterbeschäftigt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb so gut wie nie zuvor.

Gestapeltes Balkendiagramm, das die Übernahmequote von Auszubildenden in West- und Ostdeutschland in den Jahren 2010-2013 zeigt. Wird im Text erläutert. Übernahme von Auszubildenden in West- und Ostdeutschland 2010-2013 Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

In den westdeutschen Bundesländern erreichte die Übernahmequote im Jahr 2013 mit 67 % den höchsten Wert im Untersuchungszeitraum. Drei Jahre zuvor wurden – abgesehen von jährlichen Schwankungen in den Übernahmequoten – lediglich knapp 62 % der zur Prüfung angetretenen Auszubildenden von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Bei knapp jedem dritten Absolventen erfolgte keine Übernahme durch den Betrieb. Zu beachten ist dabei, dass der Weggang der Jugendlichen vom Ausbildungsbetrieb von den Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen selbst initiiert worden sein kann. Die Initiative kann aber auch von den Betrieben ausgegangen sein. Etwa jeder zwanzigste Jugendliche, der zur Abschlussprüfung angetreten ist, konnte im Untersuchungsjahr 2013 seine Ausbildung nicht erfolgreich abschließen.

Im Vergleich zu Westdeutschland bestehen in Ostdeutschland nur noch prozentual geringe Unterschiede in den Übernahmequoten. Hier wurden 2013 mit 63,4 % zwar etwas weniger Ausbildungsabsolventen übernommen. Im Jahr zuvor lag die Übernahmequote mit 67,3 % aber vergleichbar hoch. Auch bei den beiden anderen Indikatoren – Anteil nicht übernommener Ausbildungsabsolventen und Anteil nicht bestandener Prüfungen – liegen ähnliche Zahlenverhältnisse wie in Westdeutschland vor.

Datentabelle:
Übernahmequote von Auszubildenden an allen Auszubildenden in West- und Ostdeutschland (xls, 41KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Stellenbesetzung

Begonnene Beschäftigungsverhältnisse 2002 - 2015

Für die Alterssicherung sind neben dem Einkommen die Erwerbsjahre in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis entscheidend. Damit stellt diese Beschäftigungsform eine Voraussetzung für finanzielle Sicherheit im Ruhestand dar und ermöglicht während des Erwerbslebens ein gewisses Maß an Lebensplanung.

Die vorliegende Statistik gibt die Zahl begonnener sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland seit 2002 wider. Sie lag 2015 mit 10,2 Mio. über den Werten der letzten Jahre. Anfang des neuen Jahrtausends waren es rund 580.000 weniger. Nachdem die Zahl begonnener sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse bis 2005 zunächst zurückging, nimmt sie seitdem mit Ausnahme der Jahre 2009, 2012 und 2013 wieder zu.

Ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis wird gezählt, wenn eine Anmeldung mit Abgabegrund "Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung" im Rahmen des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung durch den Arbeitgeber erstattet wurde, deren Beginn-Datum der Beschäftigung innerhalb des Betrachtungszeitraums liegt. Ein begonnenes Beschäftigungsverhältnis wird aber auch dann gezählt, wenn ein Wechsel zwischen sozialversicherungspflichtigem Ausbildungsverhältnis, sozialversicherungspflichtigem Beschäftigungsverhältnis, geringfügig entlohntem oder kurzfristigem Beschäftigungsverhältnis stattfindet. Gleichzeitige An- und Abmeldungen, welche das Meldeverfahren für bestimmte, im Voraus befristete Beschäftigungsverhältnisse vorsieht, werden generell als Beginn und Ende eines Beschäftigungsverhältnisses gezählt.

Bei der Bewertung der Zahl der begonnenen und beendeten Beschäftigungsverhältnisse ist zu berücksichtigen, dass aufgrund des Verfahrens zur Betriebsnummernvergabe z. B. bei der Aufsplittung von Betrieben bzw. Betriebsstätten oder bei der Fusion von Betrieben bzw. Betriebsstätten unter Umständen eine Abmeldung und nachfolgende (Neu-)Anmeldung von Beschäftigten unter einer neuen Betriebsnummer durch den Arbeitgeber erfolgt. Die Beschäftigten haben ihren Arbeitsplatz jedoch nicht gewechselt, und auch das Beschäftigungsverhältnis wurde nicht unterbrochen.

Datentabelle:
Begonnene sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Probleme bei der Stellenbesetzung 2010 - 2016

Im Rahmen der IAB-Stellenerhebung wird neben der Gesamtzahl der offenen Stellen eine Vielzahl von weiterführenden Informationen über den Verlauf von Stellenbesetzungsprozessen gewonnen, die entscheidend zum Verständnis der Ausgleichsprozesse am Arbeitsmarkt beitragen. Zu den wichtigen Indikatoren gehört die Zahl der Suchabbrüche bei der Personalsuche.

Dabei werden auch jene Betriebe und Verwaltungen erfasst, die im Befragungsjahr die Suche nach Personal mindestens einmal abbrechen mussten, weil sie kein geeignetes Personal finden konnten. Im Jahr 2010 brachen 12,7 % der Betriebe in Deutschland die Personalsuche ab. Im folgenden Jahr sprang dieser Wert um 3,2 % auf 15,9 % nach oben und sank in den darauffolgenden Jahren stetig. Nach den aktuellsten Zahlen (Stand 2016) brechen 12,8 % aller Betriebe die Personalsuche ab, einem Wert, der nur knapp über dem von 2010 liegt.

Die Gründe für betriebliche Suchabbrüche sind vielfältig und können sowohl auf Arbeitgeber- als auch Bewerberseite liegen. Der überwiegende Teil der Suchabbrüche kommt jedoch mit einer gewissen Zeitverzögerung (beispielsweise bei einer veränderten Bewerberlage) und einem (stark) geänderten Stellenprofil (beispielsweise durch eine interne Personalumstellung) wieder auf den Arbeitsmarkt.

Datentabelle:
Abbruch der Personalsuche durch Betriebe in Deutschland (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Neueinstellungen von Arbeits- und Fachkräften

nach Betriebsgröße 2010 - 2013

Analysen zur Personalfluktuation verweisen immer wieder auf die vor allem branchenspezifisch zunehmenden Probleme, neue Fachkräfte einzustellen. Insbesondere werden Rekrutierungsschwierigkeiten bei beruflich qualifizierten Fachkräften des mittleren Qualifikationssegments konstatiert und für die nächsten Jahre als zunehmendes Problem prognostiziert. Als Ursachen werden die Bildungsexpansion und die Verschiebungen in der Qualifikationsstruktur der erwerbsfähigen Bevölkerung angeführt. So steigt der Anteil der Bevölkerung mit akademischen Grad, während der Anteil mit einem Berufsabschluss vor allem in den gewerblich-technischen Berufen zurückgeht – ein Berufsbereich, der aber insbesondere für die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft einen hohen Stellenwert besitzt. Verstärkt werden diese Veränderungen durch den Bevölkerungsrückgang und die zunehmende Bevölkerungsalterung, beides Entwicklungen, die sich negativ auf die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 65 Jahren auswirken. Von Bedeutung in diesem Zusammenhang sind Auswertungen, in welchen Bereichen der Wirtschaft Beschäftigtenzugänge unter- oder überdurchschnittlich ausfallen.

Gemessen am Fachkräftebedarf ist der durchschnittliche Anteil an Neueinstellungen von 86,0 % im Jahr 2010 um 2,7 Prozentpunkte bis 2013 nochmals auf 88,7 % gestiegen. Mit steigenden Beschäftigtenzahlen fällt der Anteil an Neueinstellungen höher aus: Während vier von fünf Kleinstbetrieben für das Jahr 2010 erfolgreiche Neueinstellungen vermelden, liegt der Anteil bei Großunternehmen bei knapp 92,0 %. Diese können demnach 9 von 10 betriebliche Arbeitsangebote besetzen und weisen demzufolge nur geringe Rekrutierungsprobleme auf.

Diese grundlegende Verteilung zwischen den Betriebsgrößenklassen ändert sich auch bis zum Jahr 2013 nur unwesentlich. Bis auf die Großbetriebe ergeben sich für die Betriebe im Zeitraum 2010 - 2013 zwischenzeitlich etwas Probleme bei der Personalbeschaffung, denn die Anteile an Neueinstellungen gehen im Vergleich zum Referenzjahr 2010 zurück. Dennoch sind in fast allen Betriebsgrößenklassen Zuwächse in den Neueinstellungen von durchschnittlich 2,7 Prozentpunkten zu verzeichnen.

Datentabelle:
Neueinstellungen von Arbeits- und Fachkräften nach Betriebsgröße (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Wirtschaftszweigen 2010 - 2013

Analysen zur Personalfluktuation verweisen immer wieder auf die vor allem branchenspezifisch zunehmenden Probleme, neue Fachkräfte einzustellen. Insbesondere werden Rekrutierungsschwierigkeiten bei beruflich qualifizierten Fachkräften des mittleren Qualifikationssegments konstatiert und für die nächsten Jahre als zunehmendes Problem prognostiziert. Als Ursachen werden die Bildungsexpansion und die Verschiebungen in der Qualifikationsstruktur der erwerbsfähigen Bevölkerung angeführt. So steigt der Anteil der Bevölkerung mit akademischen Grad, während der Anteil mit einem Berufsabschluss vor allem in den gewerblich-technischen Berufen zurückgeht – ein Berufsbereich, der aber insbesondere für die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft einen hohen Stellenwert besitzt. Verstärkt werden diese Veränderungen durch den Bevölkerungsrückgang und die zunehmende Bevölkerungsalterung, beides Entwicklungen, die sich negativ auf die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 65 Jahren auswirken. Von Bedeutung in diesem Zusammenhang sind Auswertungen, in welchen Bereichen der Wirtschaft Beschäftigtenzugänge unter- oder überdurchschnittlich ausfallen.

Spiegelbildlich zu den unbesetzten Arbeitsstellen fallen die Anteile an Neueinstellungen von Beschäftigten nach Wirtschaftszweigen aus. Hier weist der Bereich "Öffentlicher Dienst, Erziehung und Unterricht" im Jahr 2013 den höchsten Anteil an Neueinstellungen und damit von allen Wirtschaftsbereichen die geringsten Probleme bei der Besetzung der angebotenen Arbeitsstellen auf. Mit zur Spitzengruppe zählen Betriebe, Praxen und Kliniken aus dem Bereich der medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen, Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen, Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie der Bereich "Handel und Reparatur". Hier können im Durchschnitt über neun von zehn Arbeitsangebote besetzt werden. Die niedrigsten Neueinstellungsanteile zeigen sich mit 71,3 % im Baugewerbe und mit 82,7 % im Bereich Landwirtschaft/Bergbau einschl. der Energiewirtschaft. Stellenbesetzungsprobleme scheinen zudem Betriebe aus dem Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen zu haben. Dieser Sektor weist einen unterdurchschnittlich niedrigen Neueinstellungsanteil in Höhe von 84,5 % auf.

Datentabellen:
Neueinstellungen von Arbeits- und Fachkräften nach Wirtschaftszweigen 2013 (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Neueinstellungen von Arbeits- und Fachkräften nach Wirtschaftszweigen 2010 - 2012 (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Tätigkeitsniveau 2010 - 2013

Analysen zur Personalfluktuation verweisen immer wieder auf die vor allem branchenspezifisch zunehmenden Probleme, neue Fachkräfte einzustellen. Insbesondere werden Rekrutierungsschwierigkeiten bei beruflich qualifizierten Fachkräften des mittleren Qualifikationssegments konstatiert und für die nächsten Jahre als zunehmendes Problem prognostiziert. Als Ursachen werden die Bildungsexpansion und die Verschiebungen in der Qualifikationsstruktur der erwerbsfähigen Bevölkerung angeführt. So steigt der Anteil der Bevölkerung mit akademischen Grad, während der Anteil mit einem Berufsabschluss vor allem in den gewerblich-technischen Berufen zurückgeht – ein Berufsbereich, der aber insbesondere für die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft einen hohen Stellenwert besitzt. Verstärkt werden diese Veränderungen durch den Bevölkerungsrückgang und die zunehmende Bevölkerungsalterung, beides Entwicklungen, die sich negativ auf die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 65 Jahren auswirken. Von Bedeutung in diesem Zusammenhang sind Auswertungen, in welchen Bereichen der Wirtschaft Beschäftigtenzugänge unter- oder überdurchschnittlich ausfallen.

Von dem in den letzten Jahren aufgrund der günstigen ökonomischen Entwicklung bestehenden hohen Arbeits- und Fachkräftebedarf der Wirtschaft profitierten trotz steigender Qualifikationsanforderungen in den Tätigkeiten insbesondere Beschäftigte, die in den Betrieben einfache Tätigkeiten ausführen. In dieser Beschäftigtengruppe ergab sich für das Jahr 2010 ein Anteil an Neueinstellungen am Gesamtbedarf an einfachen Beschäftigten in Höhe von 94,3 %, der bis zum Jahr 2013 nochmals um 1,9 Prozentpunkte gestiegen ist. Damit scheint es in den Betrieben trotz steigender Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten immer noch genügend einfache Tätigkeiten zu geben, für die Beschäftigte gesucht werden. In den Beschäftigtengruppen für qualifizierte und hochqualifizierte Tätigkeiten lagen die Anteile an Neueinstellungen 2013 im Schnitt um etwa 10 Prozentpunkte niedriger als bei Beschäftigten für einfache Tätigkeiten, und das mit zunehmender Tendenz. Zu etwa 85 % konnten hier die Betriebe ihren Fachkräftebedarf decken.

Datentabelle:
Neueinstellungen von Arbeits- und Fachkräften nach Tätigkeitsniveau (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)

in West- und Ostdeutschland 2010 - 2013

Analysen zur Personalfluktuation verweisen immer wieder auf die vor allem branchenspezifisch zunehmenden Probleme, neue Fachkräfte einzustellen. Insbesondere werden Rekrutierungsschwierigkeiten bei beruflich qualifizierten Fachkräften des mittleren Qualifikationssegments konstatiert und für die nächsten Jahre als zunehmendes Problem prognostiziert. Als Ursachen werden die Bildungsexpansion und die Verschiebungen in der Qualifikationsstruktur der erwerbsfähigen Bevölkerung angeführt. So steigt der Anteil der Bevölkerung mit akademischen Grad, während der Anteil mit einem Berufsabschluss vor allem in den gewerblich-technischen Berufen zurückgeht – ein Berufsbereich, der aber insbesondere für die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft einen hohen Stellenwert besitzt. Verstärkt werden diese Veränderungen durch den Bevölkerungsrückgang und die zunehmende Bevölkerungsalterung, beides Entwicklungen, die sich negativ auf die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 65 Jahren auswirken. Von Bedeutung in diesem Zusammenhang sind Auswertungen, in welchen Bereichen der Wirtschaft Beschäftigtenzugänge unter- oder überdurchschnittlich ausfallen.

Liniendiagramm, das den Anteil neu eingestellter Arbeits- und Fachkräfte in West- und Ostdeutschland in den Jahren 2010-2013 zeigt. Wird im Text erläutert. Neueinstellungen von Arbeits- und Fachkräften in West- und Ostdeutschland 2010-2013 Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Von der Größenordnung durchaus vergleichbar ist die Einstellungspraxis west- und ostdeutscher Betriebe. In beiden Bundesgebieten liegt der Anteil an neu eingestellten Beschäftigten – gemessen am gesamtem betrieblichen Arbeits- und Fachkräftebedarf – im Zeitreihendurchschnitt mit 86% vergleichbar hoch. Allerdings weisen die jahresbezogenen Messungen unterschiedliche Schwankungsbreiten auf. Tendenziell zeigt sich auch in beiden Bundesgebieten vor allem im Vergleich zum Referenzjahr 2011 in den Folgejahren eine Verbesserung in den betrieblichen Möglichkeiten, eigene Stellenangebote zu besetzen. Das Berichtsjahr 2013 offenbart aber, dass ostdeutsche Betriebe nicht im gleichen Ausmaß wie Betriebe in Westdeutschland in der Personalbeschaffung erfolgreich waren (86,1 % gegenüber 89,4 %).

Datentabelle:
Neueinstellungen von Arbeits- und Fachkräften in West- und Ostdeutschland (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt

Einstellungsbereitschaft der Betriebe gegenüber älteren Bewerbern 2015

Ältere erwerbsfähige Personen haben es oft schwerer, eine Anstellung zu finden. Die demografisch bedingte Abnahme des Erwerbspersonenpotenzials sowie die Alterssicherung erfordern es jedoch, alle arbeitsfähigen Personen möglichst lange im Erwerbsleben zu halten. Vor diesem Hintergrund wurden im Jahr 2015 Betriebe in Deutschland gefragt, ob sich auf die zuletzt zu besetzende Stelle Personen im Alter von 50 Jahren und älter beworben haben und ob diese Stelle dann auch mit einer Person besagten Alters besetzt wurde. Daneben wurde nach Gründen gefragt, wenn das nicht erfolgte.

Das Ergebnis zeigt, dass gut drei Viertel der Betriebe bei der letzten Stellenbesetzung keine Bewerbungen von über 50-Jährigen erhalten haben. Von den Betrieben, die Bewerbungen von dieser Altersgruppe erhalten haben, hat etwas mehr als die Hälfte diese Stelle (54 %) auch mit einem älteren Bewerber besetzt.

War dies nicht der Fall, gaben Betriebe am häufigsten an, dass die Bewerber nicht die richtige Qualifikation hatten (61 %). Deutlich weniger Betriebe (28 %) begründen die Nicht-Einstellung der älteren Bewerber damit, dass die Persönlichkeit dieser Bewerber nicht zum Betrieb gepasst hätte. Jeweils ein Fünftel nannte unpassende Lohnvorstellungen der Bewerber oder sah Probleme mit deren Belastbarkeit. Mögliche Flexibilitätsprobleme, eher kurzfristige berufliche Perspektiven der Bewerber oder die bestehende Altersstruktur im Betrieb scheinen seltener ein Grund für deren Nicht-Einstellung zu sein.

Datentabelle:
Gründe für die Nicht-Einstellung älterer Bewerber 2015 (xls, 39KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Erlebte Benachteiligung bei der Arbeit/-ssuche aufgrund des Alters 2014

Balkendiagramm, das den Anteil der 40- bis 69-Jährigen mit subjektiv erlebter Altersbenachteiligung bei der Arbeit oder Arbeitssuche nach verschiedenen Merkmalen im Jahr 2014 zeigt. Wird im Text erläutert. Erlebte Benachteiligung bei der Arbeit/-ssuche aufgrund des Alters 2014 Quelle: Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)

In der Arbeitswelt begegnet man bisweilen klischeehaften Vorstellungen, wonach ältere Arbeitskräfte weniger leistungsfähig, motiviert und flexibel seien als jüngere Beschäftigte. Solche Altersstereotype können dazu führen, dass ältere Personen bei der Arbeit oder der Arbeitssuche aufgrund ihres Alters benachteiligt werden. Zwar berichten nur relativ wenig ältere Arbeitskräfte von Benachteiligungen im Arbeitsalltag (7,2 %), im Falle des Verlusts des Arbeitsplatzes kommt es allerdings häufiger zu gefühlten Benachteiligungen aufgrund des eigenen Alters (17,5 %). Ältere Arbeitslose machen nicht selten die Erfahrung, aufgrund ihres Alters schlechtere Einstellungschancen zu haben.

Datentabelle:
Erlebte Benachteiligung bei der Arbeit/-ssuche aufgrund des Alters während der letzten 12 Monate 2014 (xls, 36KB, Datei ist nicht barrierefrei)


Abgänge von Arbeits- und Fachkräften

nach Betriebsgröße 2011 - 2013

Insbesondere die Abgänge von Beschäftigten, entweder auf eigenen Wunsch oder aufgrund von Entlassungen, stellen neben Untersuchungen zu Zugängen und offenen Arbeitsstellen einen wichtigen Indikator zur Beurteilung des Arbeitsmarktes dar. Gemessen werden kann hier u.a. die Beschäftigungsstabilität bzw. -fluktuation etwa als Folge entspannter Arbeitsmärkte, der Beschäftigungsturnover, die Konsequenzen aus einem veränderten Bildungsverhalten von potenziellen Nachwuchskräften und nicht zuletzt die Wirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. Gerade letzteres wird durch den kommenden Abgang geburtenstarker Jahrgänge aus dem Arbeitsleben ein wichtiger Untersuchungsbereich für die Arbeitsmarktforschung werden. Zum besseren Verständnis der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt wird der Indikator als Anteil der Abgänge an den Beschäftigten des jeweiligen Vorjahres angegeben.

Der generelle Trend mit rückläufigen Abgangsanteilen an Beschäftigten spiegelt sich auch in der Untersuchung nach Betriebsgrößenklassen wider. Im Zeitraum zwischen 2011 und 2013 ist nach Angaben der befragten Betriebe der Anteil der ausgeschiedenen Beschäftigten an allen Beschäftigten im Durchschnitt von 14,9 % auf 7,6 % zurückgegangen. Zu beachten ist hierbei, dass sich ein Teil des Rückgangs durch den Zuwachs in den Beschäftigtenbeständen des Vorjahres erklärt. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass nicht zuletzt aufgrund des hohen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft und eventuell durch entsprechende betriebliche Maßnahmen die Bindung von Mitarbeitern erhöht wurde.

Die stärksten Rückgänge in den Beschäftigtenabgängen verzeichnen mit 11 Prozentpunkten mittelständische Betriebe mit einer Beschäftigtenzahl zwischen 100 und 199. Diese Betriebe hatten im Referenzjahr 2011 mit 19,6 % allerdings auch die höchsten Abgangsquoten zu verzeichnen. In den anderen Betriebsgrößenklassen liegen die rückläufigen Anteile mit 6 bis 7 Prozentpunkten etwa im Durchschnitt aller Betriebe. Im Ergebnis scheint die Beschäftigungsstabilität vor allem in Großbetrieben besonders hoch auszufallen.

Datentabelle:
Beschäftigtenabgänge in den Betrieben nach Betriebsgröße (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Wirtschaftszweigen 2011 - 2013

Insbesondere die Abgänge von Beschäftigten, entweder auf eigenen Wunsch oder aufgrund von Entlassungen, stellen neben Untersuchungen zu Zugängen und offenen Arbeitsstellen einen wichtigen Indikator zur Beurteilung des Arbeitsmarktes dar. Gemessen werden kann hier u. a. die Beschäftigungsstabilität bzw. -fluktuation etwa als Folge entspannter Arbeitsmärkte, der Beschäftigungsturnover, die Konsequenzen aus einem veränderten Bildungsverhalten von potenziellen Nachwuchskräften und nicht zuletzt die Wirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. Gerade letzteres wird durch den kommenden Abgang geburtenstarker Jahrgänge aus dem Arbeitsleben ein wichtiger Untersuchungsbereich für die Arbeitsmarktforschung werden. Zum besseren Verständnis der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt wird der Indikator als Anteil der Abgänge an den Beschäftigten des jeweiligen Vorjahres angegeben.

Balkendiagramm, das den Anteil an Beschäftigtenabgängen nach Wirtschaftszweigen im Jahr 2013 zeigt. Wird im Text erläutert. Abgänge von Arbeits- und Fachkräften nach Wirtschaftszweigen 2013 Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Im Untersuchungsjahr 2011 verzeichneten unternehmensnahe und personenbezogene Dienstleistungsbetriebe die höchsten Abgangsquoten unter ihren Beschäftigten. Mit 24,0% bzw. 19,9% zeigen sich hier die höchsten Fluktuationen in den Beschäftigtenbeständen. Abgesehen vom primären Sektor und Bausektor fallen die Anteile an Abgängen von Beschäftigten ansonsten deutlich unterdurchschnittlich aus (um 10%). Schon im Folgejahr scheint sich die Situation zu entspannen, auch wenn die Relationen zwischen den Wirtschaftsbereichen erhalten bleiben. Auch wenn aufgrund einer Umstellung der Wirtschaftszweigaggregation in der Erhebungswelle 2014 das Untersuchungsjahr 2013 zum Teil nicht direkt mit den Vorjahren vergleichbar ist, so ist analog zum generellen rückläufigen Trend in allen Wirtschaftsbereichen eine relative Konstanz in den Abgangsanteilen entstanden. Das trifft im besonderen Maße für das verarbeitende Gewerbe, die Bauwirtschaft, das Handels- und Reparaturgewerbe, den Öffentlichen Dienst, das Bildungs- und Erziehungswesen sowie für das Gesundheitswesen zu. Mit jeweils über 9% weisen die Bereiche unternehmensnahe und personenbezogenen Dienstleistungen ebenso 2013 überdurchschnittliche Anteile an Abgängen auf.




Datentabellen:
Beschäftigtenabgänge in den Betrieben nach Wirtschaftszweigen 2011 - 2012 (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)
Beschäftigtenabgänge in den Betrieben nach Wirtschaftszweigen 2013 (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

nach Tätigkeitsniveau 2010 - 2013

Insbesondere die Abgänge von Beschäftigten, entweder auf eigenen Wunsch oder aufgrund von Entlassungen, stellen neben Untersuchungen zu Zugängen und offenen Arbeitsstellen einen wichtigen Indikator zur Beurteilung des Arbeitsmarktes dar. Gemessen werden kann hier u. a. die Beschäftigungsstabilität bzw. -fluktuation etwa als Folge entspannter Arbeitsmärkte, der Beschäftigungsturnover, die Konsequenzen aus einem veränderten Bildungsverhalten von potenziellen Nachwuchskräften und nicht zuletzt die Wirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. Gerade letzteres wird durch den kommenden Abgang geburtenstarker Jahrgänge aus dem Arbeitsleben ein wichtiger Untersuchungsbereich für die Arbeitsmarktforschung werden. Zum besseren Verständnis der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt wird der Indikator als Anteil der Abgänge an den Beschäftigten des jeweiligen Vorjahres angegeben.

Im Referenzjahr 2010 ist mit 9,4 % durchschnittlich etwa jeder zehnte Beschäftigte im Laufe des Kalenderjahres aus seinem Betrieb ausgeschieden. In den Folgejahren ging der Anteil an Abgängen kontinuierlich zurück und belief sich im Jahr 2013 auf 7,6 %. Dieser generelle rückläufige Trend ist in allen drei Beschäftigungsgruppen, die auf dem Arbeitsmarkt sehr unterschiedliche Möglichkeiten zur beruflichen Mobilität haben, zu beobachten. Hier sehen die Zahlenverhältnisse folgendermaßen aus: Im Jahr 2010 waren mit 16,8 % bei Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten, mit 7,8 % bei qualifizierten Beschäftigten und mit 6,5 % bei hochqualifizierten Beschäftigten im Untersuchungszeitraum jeweils die höchsten Abgänge von Beschäftigten zu verzeichnen. 2013 hingegen betraf dies bei Beschäftigten mit einfachen Tätigkeiten nur jeden achten, bei qualifizierten Beschäftigten jeden fünfzehnten und bei hochqualifizierten Beschäftigten nur noch jeden vierundzwanzigsten Beschäftigten. Es hätte angenommen werden können, dass gerade bei den derzeit entspannten Arbeitsmärkten die Mobilität der Beschäftigten und somit der Anteil der Abgänge gestiegen sein müsste.

Datentabelle:
Beschäftigtenabgänge in den Betrieben nach Tätigkeitsniveau der Beschäftigten (xls, 40KB, Datei ist nicht barrierefrei)

in West- und Ostdeutschland 2011 - 2013

Insbesondere die Abgänge von Beschäftigten, entweder auf eigenen Wunsch oder aufgrund von Entlassungen, stellen neben Untersuchungen zu Zugängen und offenen Arbeitsstellen einen wichtigen Indikator zur Beurteilung des Arbeitsmarktes dar. Gemessen werden kann hier u. a. die Beschäftigungsstabilität bzw. -fluktuation etwa als Folge entspannter Arbeitsmärkte, der Beschäftigungsturnover, die Konsequenzen aus einem veränderten Bildungsverhalten von potenziellen Nachwuchskräften und nicht zuletzt die Wirkungen des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. Gerade letzteres wird durch den kommenden Abgang geburtenstarker Jahrgänge aus dem Arbeitsleben ein wichtiger Untersuchungsbereich für die Arbeitsmarktforschung werden. Zum besseren Verständnis der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt wird der Indikator als Anteil der Abgänge an den Beschäftigten des jeweiligen Vorjahres angegeben.

Liniendiagramm, das den Anteil an Beschäftigtenabgängen in West- und Ostdeutschland in den Jahren 2011-2013 zeigt. Wird im Text erläutert. Abgänge von Arbeits- und Fachkräften in West- und Ostdeutschland 2011-2013 Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Der insgesamt rückläufige Trend in den Anteilen an Beschäftigtenabgängen zeigt sich auch in den Angaben west- und ostdeutscher Betriebe für den Untersuchungszeitraum zwischen 2011 und 2013 (7,2 bzw. 8,0 Prozentpunkte). Zwar berichten ostdeutsche Betriebe im Vergleich zu den westdeutschen Betrieben leicht erhöhte Anteile, wirklich signifikante Unterschiede in den Abgängen von Beschäftigten zwischen Ost- und Westdeutschland sind allerdings nicht zu erkennen. Im Ergebnis wird im Jahr 2013 ungeachtet der regionalen Zugehörigkeit eines Betriebs jeder dreizehnte Beschäftigte entweder entlassen oder verlässt aus eigener Entscheidung seinen Betrieb. Hochgerechnet auf die etwa 30 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind dies etwa 2,3 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Datentabelle:
Beschäftigtenabgänge in den Betrieben in West- und Ostdeutschland (xls, 38KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Zusatzinformationen

Datenquellen der Textinhalte

Publikationen zum Thema

Ansprechpartner zum Thema

Logo des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Kontaktdaten
Telefon: +49 (0)228 107-0
Fax: +49 (0)228 107-2977
Logo des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Regensburger Straße 104
90478 Nürnberg
Kontaktdaten
Telefon: +49 (0)911 179-3010
Fax: +49 (0)911 179-5597
Logo des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA)
Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)
Manfred-von-Richthofen-Straße 2
12101 Berlin
Kontaktdaten
Telefon: +49 (0)30 260740-0
Fax: +49 (0)30 7854350
E-Mail: dza@dza.de

Inhaltliche Beiträge zum Thema von:

  • Logo der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Logo des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB)
  • Logo des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB)
  • Logo des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA)
  • Logo des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
  • Logo des Robert Koch-Instituts (RKI)